Gesamtschule

Die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe umfasst die Jahrgangsstufen 7 bis 13. Sie vermittelt eine grundlegende, erweiterte oder vertiefte allgemeine Bildung und umfasst den Bildungsgang zum Erwerb der erweiterten Berufsbildungsreife (EBR), den Bildungsgang zum Erwerb der Fachoberschulreife (FOR) und den Bildungsgang zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife. Die Gesamtschule bündelt die Ziele der unterschiedlichen Bildungsgänge und Schulformen. Sie ist eine „integrierte Schule“. Vorteilhaft ist das für jene Schülerinnen und Schüler, deren weitere schulische oder berufliche Laufbahn sich erst später abzeichnet.

Die Gesamtschule muss daher neben einer soliden Grundbildung auch die vertiefte Bildung für alle Schülerinnen und Schüler vermitteln, die eine gymnasiale Oberstufe besuchen wollen. Deshalb wird an der Gesamtschule neben dem Unterricht im Klassenverband in einigen Fächern leistungsdifferenzierter Unterricht in Fachleistungskursen auf zwei Niveaustufen erteilt (Grund- und Erweiterungskurse). Die Zahl der Fachleistungskurse nimmt dabei langsam zu. In der Jahrgangsstufe 7 sind es die Fächer Mathematik und erste Fremdsprache /Englisch, spätestens ab der Jahrgangsstufe 9 kommen die Fächer Deutsch sowie Chemie und/oder Physik hinzu. Die Leistungsbewertung durch Noten wird durch Punkte ergänzt und ermöglicht so eine stärker differenzierte Bewertung der Schülerleistung.

Prüfungen und Abschlüsse am Ende der Jahrgangsstufe 10

An der Gesamtschule finden am Ende der Jahrgangsstufe 10 schriftliche Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache/Englisch sowie eine mündliche Prüfung in einer spätestens in der Jahrgangsstufe 7 begonnenen Fremdsprache statt. Entscheidend für den erreichten schulischen Abschluss am Ende der Jahrgangsstufe 10 sind die Abschlussnoten und die erreichten Punkte in allen Fächern und nicht nur in den Prüfungsfächern.

Am Ende der Jahrgangsstufe 10 können an der Gesamtschule folgende Abschlüsse erworben werden:

  • der Hauptschulabschluss/die Berufsbildungsreife wird mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 erworben,
  • der erweiterte Hauptschulabschluss/die erweiterte Berufsbildungsreife,
  • der Realschulabschluss/ die Fachoberschulreife,
  • die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.
Durchlässigkeit und Anschlussmöglichkeiten

Das Bildungssystem im Land Brandenburg ist durchlässig. Das bedeutet, dass eine Schülerin/ein Schüler an der Gesamtschule je nach Interesse und Leistungen bzw. erreichtem Abschluss nach der Jahrgangsstufe 10 eine Berufsausbildung beginnen, eine Fachoberschule besuchen oder an einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe bzw. einem beruflichen Gymnasium das Abitur ablegen und danach ein Studium beginnen kann.

Übergang in die gymnasiale Oberstufe

Alle Schülerinnen und Schüler an Gesamtschulen, die am Ende der Jahrgangsstufe 10 auf dem Zeugnis den Vermerk über die "Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe" erhalten, sind zum Besuch der gymnasialen Oberstufe berechtigt. Damit ist ein Schulplatz in der gymnasialen Oberstufe garantiert - wenn auch nicht an einer bestimmten Schule oder Schulform. Die gymnasiale Oberstufe kann an der bisher besuchten Gesamtschule, einer anderen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe mit anderen unterrichtlichen Schwerpunkten oder einem beruflichen Gymnasium besucht werden. An diesen Schulformen kann ebenfalls ein vollwertiges und bundesweit anerkanntes Abitur erworben werden. Unterricht und Abiturprüfung erfolgen auf denselben Grundlagen wie am Gymnasium.

Die gymnasiale Oberstufe an Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe und an Beruflichen Gymnasien umfasst die Jahrgangsstufen 11 bis 13. Für den Besuch der gymnasialen Oberstufe an Gesamtschulen und Beruflichen Gymnasien ist eine Anmeldung an der Schule notwendig, die ab der Jahrgangsstufe 11 besucht werden soll. Die Anmeldung ist auch für die Schülerinnen und Schüler erforderlich, die beabsichtigen, den Schulbesuch in der gymnasialen Oberstufe an der bisher besuchten Gesamtschule fortzusetzen. Die Anmeldung wird kurz nach Beginn des zweiten Schulhalbjahres der 10. Jahrgangsstufe erforderlich, d.h., der Zeitraum für diese Anmeldung liegt in der Regel in der ersten Märzhälfte eines jeden Jahres. Bei der Anmeldung ist es dringend erforderlich, dass neben der gewünschten Schule auch eine zweite Schule angegeben wird, an der ein Schulbesuch gewünscht wird. Damit kann das zuständige staatliche Schulamt schneller reagieren, wenn an der gewünschten Erstwunschschule keine Jahrgangsstufe 11 eingerichtet werden kann. Die jeweilige Entscheidung über die Einrichtung einer Jahrgangsstufe 11 an Gesamtschulen und beruflichen Gymnasien wird getroffen, sobald fest steht, ob die erforderliche Mindestschülerzahl erreicht wurde. In jedem Fall ist es empfehlenswert, sich über das jeweilige Profil der zur Verfügung stehenden Schulen zu informieren. Dazu stehen Ihnen die Schulporträts, die Internetauftritte der Schulen und die Tage der offenen Tür, die fast jede Schule veranstaltet, zur Verfügung.



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