Übergang in die Sekundarstufe I

Der Wechsel eines Kindes von der Grundschule (am Ende der Jahrgangsstufe 6) in eine weiterführende Schule ist ein bedeutendes Ereignis, da die richtige Wahl einer weiterführenden Schule für die individuelle Entwicklung eines jeden einzelnen Kindes wichtig ist. Dieser Entscheidungsprozess ist häufig mit einer Vielzahl von Fragen verbunden, um abschließend eine Schule zu finden, in der sich das Kind wohl fühlt und zugleich entsprechend seiner Individualität gefördert und gefordert wird. Für die Aufnahme in eine weiterführende allgemein bildende Schule sind neben dem Wunsch der Eltern die Feststellung der Fähigkeiten, Leistungen und Neigungen maßgebend, dazu gehören das Grundschulgutachten und das Halbjahreszeugnis der Jahrgangsstufe 6. Der Übergang in die 7. Klasse wird als Ü 7-Verfahren bezeichnet.

Erstberatung, Informationen und Unterstützung

Erstberatung in der Grundschule

Jede Grundschule führt im ersten Schulhalbjahr der Jahrgangsstufe 6 eine Elternversammlung durch, die der Information zu allen wichtigen Aspekten des Übergangsverfahrens dient, darunter über die verschiedenen Bildungsgänge und die zu wählenden Schulformen in der Sekundarstufe I. Die Klassenlehrkräfte der 6. Klassen bieten zudem individuelle Beratungsgespräche in der Grundschule an.

Informationen der weiterführenden Schulen

Die weiterführenden allgemein bildenden Schulen informieren über schuleigene Besonderheiten, Belange des Schulalltags und die Besonderheiten der jeweiligen Schulform. Häufig werden regional „Tage der offen Tür“ veranstaltet, die ohne vorherige Anmeldung gemeinsam mit den Kindern besucht werden können. Umfangreiche Hinweise zu den einzelnen Schulen findet man auch in deren Internetpräsentation. In den Schulporträts (bildung-brandenburg.de) sind zudem die Berichte der Schulvisitation abgebildet.

Unterstützung durch die staatlichen Schulämter

Die Staatlichen Schulämter des Landes Brandenburg stellen grundsätzliche und regional bezogene Informationsmaterialien zur Verfügung stellen und können ggf. Kontakte herstellen oder auf Ansprechpartner verweisen. Die individuelle Beratung findet jedoch in den Schulen vor Ort statt.

Staatliches Schulamt Brandenburg an der Havel
zuständig für Potsdam, Brandenburg an der Havel, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming
Staatliches Schulamt Frankfurt (Oder)
zuständig für Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Barnim und Uckermark.
Staatliches Schulamt Cottbus
zuständig für Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald.
Staatliches Schulamt Neuruppin
zuständig für Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Havelland.

Grundschulgutachten

Das Grundschulgutachten dient der konkreten Information der Eltern. Die Klassenlehrkraft erstellt – nach der individuellen Beratung der Eltern und der Ausgabe des Halbjahreszeugnisses – den Entwurf des Grundschulgutachtens individuell für jede Schülerin und jeden Schüler. Darin wird die voraussichtlich mit Erfolg zu erwartende Fortsetzung der Schullaufbahn des Kindes in einem bestimmten Bildungsgang der Sekundarstufe I beschrieben. Die Klassenkonferenz entscheidet über die inhaltlichen Aussagen des Grundschulgutachtens. Bei möglichen Bedenken gegen das Grundschulgutachten wird den Eltern Gelegenheit zu einer Rücksprache gegeben. Bei schriftlichen Einwänden von erheblicher Bedeutung wird das Grundschulgutachten erneut der Klassenkonferenz vorgelegt. Diese prüft und entscheidet, ob die Einwände der Eltern zu einer Änderung des Grundschulgutachtens führen. Über das Ergebnis der Prüfung und die Entscheidung der Klassenkonferenz sind die Eltern schriftlich zu informieren. Bei Nichtberücksichtigung der Einwände ist es den Eltern freigestellt, dem Grundschulgutachten eine schriftliche Gegendarstellung beizufügen. Ist eine weiterführende allgemeinbildende Schule übernachgefragt, hat das Grundschulgutachten im Rahmen des Aufnahmeverfahrens eine besondere Funktion. Die Schulleitern oder der Schulleiter der aufnehmenden Schule ermittelt anhand der Grundschulgutachten den Vorrang einer Eignung.

Etappen des Ü 7-Verfahrens

Das Verfahren zum Übergang in die Jahrgangsstufe 7 nimmt einen längeren Zeitraum in Anspruch, von der Erstberatung der Eltern in der Elternversammlung, die Erstellung eines Grundschulgutachtens, die Auswahl einer geeigneten Schule, das Anmeldeverfahren selbst sowie – beim Wunsch ein Gymnasium zu besuchen – Probeunterricht oder Eignungsprüfung. Die Aufnahmen von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf erfolgen außerhalb des Aufnahmeverfahrens (gemäß § 4 Absatz 4 der Sekundarstufe I-Verordnung). Über deren Aufnahme entscheidet das jeweilige staatliche Schulamt vor dem regulären Aufnahmeverfahren

Aufnahmeverfahren (Ü 7-Verfahren)

Für die Aufnahme in eine weiterführende allgemein bildende Schule sind neben dem Wunsch der Eltern die Feststellung der Fähigkeiten, Leistungen und Neigungen maßgebend, dazu gehören das Grundschulgutachten und das Halbjahreszeugnis der Jahrgangsstufe 6. Das Aufnahmeverfahren unterscheidet sich in den drei Schulformen. An Oberschulen und Gesamtschulen müssen im Rahmen vorhandener Schulplätze, also der Kapazitäten, alle Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Nur wenn mehr Anmeldungen vorliegen als Plätze vorhanden sind, muss ein Auswahlverfahren unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien durchgeführt werden.

Gymnasium: Eignungsprüfung und zweitägiger Probeunterricht

Die Eignung eines Kindes für den sechsjährigen Bildungsgang an einem Gymnasium ist durch eine bestandene Eignungsprüfung nachzuweisen. Die Eignungsprüfung ist nicht notwendig, wenn:

  • im Grundschulgutachten die Bildungsgangempfehlung zum Erwerb der allgemeinen Hochschule (AHR) vermerkt worden oder
  • im Halbjahreszeugnis der Jahrgangsstufe 6 die die Summe der Noten für die Fächer Mathematik, Deutsch und erste Fremdsprache den Wert sieben nicht übersteigt.

An einer Eignungsprüfung fürs Gymnasium teilnehmen müssen alle Schülerinnen und Schüler, die im Grundschulgutachten eine Empfehlung zum Erwerb der Fachoberschulreife/Realschulabschluss (FOR) oder der erweiterten Berufsbildungsreife/ erweiterter Hauptschulabschluss (EBR) erhalten haben. Und auch die Schülerinnen und Schüler, die zwar eine Empfehlung zum Erwerb der allgemeinen Hochschule (AHR haben, aber gleichzeitig eine höhere Notensumme als sieben in den genannten Fächern haben.

Eltern, deren Kinder für die Teilnahme am Probeunterricht benannt werden, erhalten vom Staatlichen Schulamt eine schriftliche Einladung. Die Eignungsprüfung wird an speziell ausgewählten Schulen in Form eines Probeunterrichts durchgeführt. Der Probeunterricht wird von einer vom Staatlichen Schulamt berufenen Kommission – bestehend aus einer Grundschullehrkraft und zwei Gymnasiallehrkräften – geleitet und ausgewertet. Der Probeunterricht findet an zwei Tagen mit jeweils 5 Stunden statt. Der Unterricht konzentriert sich dabei auf die Fächer Deutsch und Mathematik und erfolgt auf der Grundlage der Anforderungen und Inhalte der Rahmenlehrpläne der Grundschulen. Mit dem Ergebnis des Probeunterrichts wird abschließend über die Eignung der Schülerinnen und Schüler für den Besuch an einem Gymnasium entschieden.

Übernachgefragte Schulstandorte

Über die Aufnahme in die Schule entscheidet grundsätzlich die Schulleiterin oder der Schulleiter unter Beachtung der Vorgaben des Schulträgers und der Schulbehörden. Wenn für eine Schule mehr Anmeldungen vorliegen als freie Plätze vorhanden sind, muss der Schulleiter bzw. die Schulleiterin ein Auswahlverfahren unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien durchführen. Wenn der Schüler oder die Schülerin im Auswahlverfahren weder an der Erstwunschschule noch an der Zweitwunschschule aufgenommen werden kann, erhalten die Eltern entsprechende Ablehnungsbescheide und zugleich vom Staatlichen Schulamt Angebote für Schulen, die noch über freie Plätze verfügen. Erst wenn aus diesen Angeboten keine Schule von den Eltern ausgewählt wird, erfolgt eine Zuweisung an eine Schule durch das Staatliche Schulamt.

Spezialschule, Schule in freier Trägerschaft oder Schule in einem anderen Bundesland

Schule mit besonderer Prägung – Spezialschule und Spezialklasse
Der Besuch einer Spezialschule oder Spezialklasse ist für Schülerinnen und Schüler freiwillig. Die Besonderheiten einer Schule mit besonderer Prägung sind im Schulprogrammen verankert. Grundsätzlich gelten für die Aufnahme an einer Spezialschule bzw. Spezialklasse die Aufnahmebedingungen und die Verfahrensschritte des Aufnahmeverfahrens. Zusätzlich können für Spezialschulen oder Spezialklassen auf die Besonderheit der Schule bezogenen Aufnahmekriterien für die Bestimmung der Eignung und des Vorrangs der Eignung hinzugezogen werden, sofern diese vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg genehmigt wurden.

Schule in freier Trägerschaft
Schulen in freier Trägerschaft ergänzen das staatliche Angebot, tragen zur Vielfalt von Bildungsgängen bei und eröffnen den Schülerinnen und Schülern ein differenziertes Bildungsangebot. Wenn sich Eltern für eine Schule in freier Trägerschaft interessieren, sollten Sie sich insbesondere mit den folgenden Fragen auseinandersetzen: Welches pädagogische Konzept besitzt die Schule? Welche Inhalte sind Unterrichtsgegenstand? Welche Abschlüsse können erworben werden? Welche Organisationsmodelle werden zugrunde gelegt? Gibt es zusätzliche Aufnahmevoraussetzungen und Abweichungen von den Versetzungsbestimmungen? Welche Mitwirkungsrechte und Mitwirkungspflichten besitzen Sie? In welcher Höhe wird eine finanzielle Beteiligung von den Eltern erwartet? Wenn eine freie Schule den Status der anerkannten Ersatzschule besitzt, darf sie selbst Abschlüsse vergeben.

Schule in einem anderen Bundesland
Grundsätzlich beschult jedes Land seine Landeskinder selbst. Für den Besuch einer öffentlichen Schule in einem anderen Bundesland gelten unterschiedliche Rechtsgrundlagen. Der Besuch einer öffentlichen Schule in Berlin ist durch das Gastschülerabkommen zwischen Berlin und Brandenburg geregelt. Das Gastschülerabkommen regelt die Voraussetzungen, unter denen ein Schulwechsel an eine öffentliche Schule des jeweils anderen Landes möglich ist. Es ist eine verlässliche und rechtssichere Grundlage für den Schulbesuch im jeweils anderen Land.

Leistungs- und Begabungsklassen ab Klasse 5

Eltern, die die Aufnahme ihres Kindes in die Jahrgangsstufe 5 einer Gesamtschule oder an einem Gymnasium in einer Leistungs- und Begabungsklasse wünschen, stellen bis Anfang Januar eines Jahres einen Antrag auf Erstellung einer Empfehlung der Grundschule. Die Anmeldung an einer Gesamtschule oder an einem Gymnasium mit Leistungs- und Begabungsklassen erfolgt in der Regel Anfang März. Die Antragsformulare erhält man in den Grundschulen und den aufnehmenden Schulen mit einer Leistungs- und Begabungsklasse.

Leistungs- und Begabungsklassen
Elternflyer Leistungs- und Begabungsklassen



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