Internationale Zusammenarbeit

Eine Vielzahl internationaler Kontakte und Aktivitäten haben sich im Bildungsbereich entwickelt, die durch das Bildungsministerium unterstützt, begleitet und gefördert werden. Brandenburger Schulen unterhalten Partnerschaften mit Einrichtungen in Europa, in Nord- und Südamerika, in Afrika und Asien. Die Verbesserung der Qualität und Effizienz schulischer und beruflicher Bildung, die Stärkung von lebenslangem Lernen und Mobilität, sowie die Förderung von Innovation, Kreativität und sozialem Austausch auf allen Ebenen der Bildung stehen im Mittelpunkt der Europäischen Bildungszusammenarbeit. Wichtig für die internationale Zusammenarbeit sind die Förderangebote der Europäischen Union. So stellt bspw. das Programm Erasmus+ einen wesentlichen Baustein für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport bis zum Jahr 2020 dar. Landesweit profitieren Brandenburger Schülerinnen und Schüler davon. In Austausch- und Entsendeprogrammen sowie in Fortbildungs- und Hospitationskursen gewinnen Lehrkräfte aus Brandenburg Einblicke in andere Bildungssysteme und erfahren neue Methoden, Inhalte und Strukturen. Lernenden und Lehrenden wird durch die internationale Zusammenarbeit, die das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport zu Bildungsbehörden in europäischen Regionen vor allem in Polen und in Frankreich pflegt, die Möglichkeit gegeben, internationale Bezüge auszubauen und zu vertiefen.

Bildungszusammenarbeit mit Polen

Die Kooperation mit Polen genießt unter den internationalen Beziehungen, die das Land Brandenburg pflegt, einen besonderen Stellenwert. Die grenzüberschreitende Arbeit in Kindertagesstätten, Schulen, Volkshochschulen, Jugendverbänden und Sportvereinen bestätigt die außergewöhnliche Rolle partnerschaftlicher Beziehungen zu den polnischen Nachbarn. Diese erstrecken sich auf sämtliche Bildungsinstanzen und äußern sich in Begegnungen und Austausch, in Kooperation und gemeinsamer Projektarbeit, in die Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrkräfte eingebunden sind. Zum Katalog gemeinschaftlicher Aktivitäten gehört auch der problem- und themenzentrierte Dialog im Bereich der Jugendhilfe.

Das Interesse richtet sich dabei schwerpunktmäßig auf die unmittelbar an Brandenburg grenzenden Wojewodschaften Lubuskie (Lebuser Land) und Zachodniopomorskie (Westpommern). Verstärkt in den Fokus gerückt ist auch die Wojewodschaft Wielkopolskie (Großpolen) wegen der Attraktivität ihrer Hauptstadt Poznan. Hier bestehen regelmäßige grenzüberschreitende Arbeitskontakte auf behördlicher Ebene. In Arbeitsplänen fixierte Absprachen zwischen den Partnern beschreiben darüber hinaus gemeinsame Projekte und Programme. Diese sollen dazu beitragen, den Erwerb der Nachbarsprache zu unterstützen. Kontakte bestehen darüber hinaus im Rahmen der Oderpartnerschaft zur Wojewodschaft Dolnoslaskie (Niederschlesien).

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg hat in den zurückliegenden Jahren zielgerichtet und engagiert den Ausbau und die Verbesserung der Beziehungen in polnische Nachbarregionen betrieben. Ergebnis dieses Prozesses sind stabile und verlässliche Kommunikations- und Kooperationsstrukturen mit den Bildungskuratorien der Wojewodschaftsämter bzw. den Marschallämtern in den Wojewodschaften, aber auch mit dem Ministerium für Nationale Bildung der Republik Polen. Die Verfassung des Landes Brandenburg misst in ihren Grundsätzen der "Zusammenarbeit mit anderen Völkern, insbesondere mit dem polnischen Nachbarn" große Bedeutung bei. Das Brandenburgische Schulgesetz bestätigt diese herausgehobene Stellung. mit dem Satz: "Die Schule fördert die Bereitschaft zur friedlichen Zusammenarbeit mit den polnischen Nachbarn." (§ 4 (5)).

Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch

Das deutsch-polnische Schulbuch Geschichte ist ein gemeinsames Projekt der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen. Gemeinsam wird ein Buch erstellt, das die europäische Geschichte aus deutsch-polnischer Perspektive betrachtet. Ziel: ein weiterer Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung durch die gemeinsame Deutung und Wahrnehmung der europäischen Geschichte durch junge Deutsche und Polen. Im Juni 2016 ist Band 1 erschienen. Bis 2020 werden die weiteren Bände folgen. Jeder der vier Bände hat sowohl in seiner deutschen als auch in seiner polnischen Fassung einen Umfang von rund 260 Seiten.

  • Band 1: Ur-/ Frühgeschichte, Antike, Mittelalter
  • Band 2: Frühe Neuzeit bis zur Napoleonischen Epoche
  • Band 3: XIX Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
  • Band 4: Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Gegenwart

Realisiert wird die deutsch-polnische Buchreihe durch den Verlag Eduversum GmbH in Kooperation mit dem polnischen Verlag Wydawnictwa Skolne i Pedagogiczne (WSiP). Der Verlag Eduversum GmbH erstellt für die deutsche Ausgabe eine Startauflage von 13.000 Exemplaren je Band. Je 3.000 Exemplare erwirbt das Auswärtige Amt, um sie Auslandsschulen zur Verfügung zu stellen. Das Publikationsvorhaben wird aus Mitteln der Länder unterstützt. In inhaltlichen und organisatorischen Fragen wird das deutsch-polnische Verlagstandem vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig unterstützt.

Die Vorgeschichte des Buch-Projektes reicht bis in das Jahr 2007 zurück. Damals erklärten die Außenminister Polens und Deutschlands ihre politische Zustimmung zu dem Vorhaben. Das Lehrbuch ist ein textidentisches Werk für den Unterricht im Fach Geschichte in der Sekundarstufe I in Deutschland und im Gimnazjum sowie der 1. Jahrgangsstufe des Liceum in Polen. Die Vorgaben der Lehrpläne aller 16 Bundesländer und der Lehrplan Polens werden bei der Erarbeitung beachtet.

Das deutsch-polnische Moment an dem Geschichtsbuch erstreckt sich wesentlich auf den Prozess, innerhalb dessen sich die Vorarbeiten und die Produktion dieses gemeinsamen Projektes vollziehen. Es soll kein Buch über die deutsch-polnische Geschichte sein. Aspekte der deutsch-polnischen Geschichte werden – als Teile europäischer Geschichte – eine Rolle spielen, aber nicht das Werk prägen. Die Erarbeitung, Vorbereitung und Realisierung des Projektes wurde einer paritätisch besetzten deutsch-polnischen Projektgruppe anvertraut, die sich aus einem Steuerungsrat mit administrativen Aufgaben und einem Expertenrat aus Historikern und Geschichtsdidaktikern beider Länder zusammensetzt. In die Arbeit der Gremien floss eine Vorstudie des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung ein, in der die Lehrpläne Polens und aller Länder der Bundesrepublik für das Fach Geschichte analysiert und systematisch verglichen worden waren. Im Dezember 2010 legten Experten- und Steuerungsrat Empfehlungen für die Schulbuchreihe vor, einschließlich eines Rahmenkonzeptes für alle Bände und Hinweise für die Verlage. 2011 wurde das Projekt ausgeschrieben. Die Universum AG (heute: Eduversum GmbH) erhielt schließlich den Zuschlag für die verlegerische Betreuung.

Schülerfahrten nach Polen

Für Schulfahrten nach Polen mit verbindlichen Besuchen von Gedenkstätten der Geschichte des Nationalsozialismus können Träger von Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft oder Schulfördervereine im Jahr 2016 Zuschüsse zu den Kosten von beantragen. Je Schülerin und Schüler können pauschal Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung und Durchführung der Besuche und Begegnungen in Höhe von bis zu 40 Euro bezuschusst werden. Im Jahr 2016 stehen insgesamt 100.000 Euro zur Förderung bereit. Das Antragsverfahren sowie die Kriterien für die inhaltliche Ausgestaltung der Schulfahrten sind in den „Richtlinien über die Gewährung von Zuschüssen für brandenburgische Schülerinnen und Schüler zu den Kosten von Schulfahrten nach Polen mit verbindlichen Gedenkstättenbesuchen“ beschrieben. Anträge sind bis spätesten 8 Wochen vor Beginn der Schulfahrt an das für die Schule zuständige staatliche Schulamt zu richten. Kürzere Fristen für die Antragsstellung sind nur in begründeten Ausnahmefällen möglich.

Schulpartnerschaften – Schüler- und Lehreraustausch

Schulpartnerschaften und Schüleraustausche sind eine wichtige Bereicherung des Schullebens –sowohl aus pädagogischer als auch aus schulpolitischer Sicht. Sie motivieren zum Lernen, machen den Unterricht interessanter und können im Zusammenspiel mit anderen Faktoren zur Identitätsstiftung junger Menschen, zur Bereicherung ihres Lebensalltags, zur Ausprägung von Werten und Toleranz beitragen. Deshalb begleitet, unterstützt und fördert das Land Brandenburg Schulpartnerschaften sowie Begegnungen zwischen Schulklassen und Gruppen, aber auch den individuellen Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern im Rahmen institutioneller Programme. Es arbeitet dabei eng mit den Trägern und koordinierenden Institutionen wie dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD der KMK), dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW), dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW) sowie mit verschiedenen Stiftungen zusammen. (Quelle: Bildungsserver Berlin-Brandenburg)

Die Koordinierung des Lehrkräfte- und Schüleraustausches nimmt landesweit das Staatliche Schulamt Cottbus wahr.

Kontakt
Simone Schüler
Telefon: 0355-4866502
E-Mail: Simone.Schueler@schulaemter.brandenburg.de

Europaschulen – Europawoche

Schulen können – im Rahmen der Rechts- und Verwaltungsvorschriften – ihre pädagogische, didaktische, fachliche und organisatorische Tätigkeit selbst zu bestimmen. Sie können sich ein eigenes Profil geben. Die besondere Förderung und Berücksichtigung des europäischen Gedankens in Schule und Unterricht bietet eine sinnvolle Möglichkeit der Profilbildung einer Schule.

Europawoche

Die Europawoche findet jährlich statt – in Verbindung mit dem Europatag der EU am 9. Mai – und wird von den Bundesländern, der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und der Bundesregierung gemeinsam durchgeführt. In der Europawoche finden Workshops, Diskussionen, Lesungen, innovative Projekte zu europäischen Themen an Schulen statt. Die Europawoche ist eine herausgehobene Gelegenheit, möglichst vielgestaltig ins Gespräch zu kommen und darüber zu diskutieren, wie das künftige Europa aussehen, welche Aufgaben es übernehmen, welche Rolle es in der Welt spielen und welche Erwartungen es erfüllen soll. Die Gestaltung der Europawoche liegt in der Eigenverantwortung der jeweiligen Schule. In der Gestaltung und Organisation werden die Schulen durch Bildungsministerium unterstützt.



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