Wissenschaftliche Untersuchen an Schulen

Wissenschaftliche Untersuchungen an Brandenburger Schulen in öffentlicher Trägerschaft sind dem Bildungsministerium zur Genehmigung vorzulegen. Bei Schulen in freier Trägerschaft entscheidet die jeweilige Schulleitung über eine Teilnahme. Für online-Verfahren gilt das gleiche Genehmigungsverfahren wie bei Befragungen oder Testung in Papierform. Auch für Untersuchungen oder Erhebungen im Rahmen von wissenschaftlichen Haus- und Prüfungsarbeiten von Studierenden sowie von Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern sind alle Antragsunterlagen vor Beginn der Untersuchung einzureichen. Untersuchungen, die durch die Universität Potsdam im Rahmen der Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte erfolgt, unterliegen nicht der Genehmigungspflicht sondern den datenschutzrechtlichen Regelungen der Universität Potsdam.

Anträge auf Genehmigung einer wissenschaftlichen Untersuchung können gestellt werden von:

  • in- oder ausländischen Hochschulen,
  • Behörden und Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland und der Länder,
  • in- oder ausländischen juristischen Personen, die nachgewiesen auf wissenschaftlicher Grundlage arbeiten und ein besonderes Interesse begründen können,
  • in- oder ausländischen natürlichen Personen, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Arbeit oder Qualifikation ein besonderes Interesse an erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen begründen können.

Alle Antragunterlagen müssen 3 Monate vor Beginn der Untersuchung müssen vorliegen. Die vom Bildungsministerium erteilte Genehmigung stellt für die jeweilige Schule keine Verpflichtung zur Teilnahme dar. Ausschließlich bei Untersuchungen zur internen und externe Evaluation und Untersuchungen, die vom Bildungsministerium in Auftrag gegeben werden, besteht für Schülerinnen und Schüler bzw. für die Lehrkräfte die Pflicht zur Teilnahme an Tests, Befragungen oder Erhebungen. Das Ergebnis der Prüfung der Antragsunterlagen wird dem Antragsteller schriftlich mitgeteilt. Die staatlichen Schulämter erhalten einer Kopie des Genehmigungsschreibens.

genehmigte Untersuchung an einer Schule

Die vom Bildungsministerium erteilte Genehmigung stellt für die jeweilige Schule keine Verpflichtung zur Teilnahme dar. Ausschlaggebend hierfür ist das Ergebnis der Anhörung der Schulkonferenz. Sollte die Schule eine Teilnahme planen und befürworten, sind folgende Hinweise zu berücksichtigen:

  • Um den Unterrichtsablauf nicht zu stören, kann die Durchführung der Untersuchung in die unterrichtsfreie Zeit verlegt werden.
  • Bei Schülerbefragungen oder -testungen, können nur die Schülerinnen und Schüler einbezogen werden, von deren Eltern eine schriftliche positive Rückmeldung vorliegt. Der Antragsteller organisiert die Einholung der Elternzustimmung.
  • Die Schule kann ihrerseits Wünsche für eine mögliche Rückmeldung zu den Ergebnissen der Untersuchung stellen, wobei hier immer auf Einhaltung absoluter Anonymität zu achten ist.

Auch wenn die Schule eine Teilnahme an der Untersuchung befürwortet, bleibt es die Entscheidung der Eltern, des Schülers oder der Lehrkraft, ob diese tatsächlich teilnehmen.

Ausnahmen:

Befragungen oder Testungen, die im Rahmen von Studien- oder Prüfungsarbeiten durchgeführt werden sollen, bedürfen keiner Zustimmung durch die Schulkonferenz. Die Zustimmung der Schulleitung ist für diese Fälle ausreichend. Grund hierfür ist der zeitliche Rahmen für die Erarbeitung von Haus- und Prüfungsarbeiten von Studierenden. Die Regelungen zur Freiwilligkeit der Teilnahme bleiben unberührt.

Entsprechend § 44 Absatz 4 des Brandenburgischen Schulgesetzes besteht für Schülerinnen und Schüler bzw. für die Lehrkräfte die Pflicht zur Teilnahme an Tests, Befragungen oder Erhebungen, wenn diese für Untersuchungen zur Evaluation gemäß § 7 Abs. 2 oder gemäß § 66 Abs. 2 geeignet und erforderlich sind. Es handelt sich dabei auch um solche Untersuchungen, die vom Bildungsministerium in Auftrag gegeben wurden, dazu gehören zum Beispiel nationale und internationale Untersuchungen wie PISA, TIMSS, IGLU oder Ländervergleiche zum Erreichen der Bildungsstandards. Bei diesen Vorhaben entfallen die Anhörungspflicht der Schulkonferenz und die Einholung der schriftlichen Zustimmung durch die Eltern.



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