Stationäre Eingliederungshilfe

Diese Hilfen sind geeignet für Kinder und Jugendliche mit einer wesentlichen geistigen und/oder schwerstmehrfachen Behinderung. Sie sind notwendig, wenn die Schwere der Behinderung von der Familie nicht mehr getragen werden kann. Die Kinder und Jugendlichen leben in familienähnlichen Wohngruppen in Wohnstätten, Außenwohngruppen oder im Haushalt einer geeigneten Fachkraft. Sie besuchen die Schule und gestalten ihre Freizeit je nach Wollen und Möglichkeiten. Das Erlernen von Alltagskompetenzen sowie das Gestalten sozialer Beziehungen gehören zum täglichen Leben. Ziel ist es, die Beteiligung des Kindes am Leben in der Gemeinschaft und das Finden seines Platzes darin. Die Mitwirkung der Eltern ist dabei unverzichtbar, sie sind die Konstante im Leben des Kindes. Sie können und sollen das Kind am Wochenende oder in den Ferien nach Hause holen. Sie besprechen mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendhilfe die Vorlieben und Wünsche des Kindes, die Ausgestaltung seines Zimmers, notwendige Arzttermine, Fragen der Erziehung und hilfreicher Therapien.

Die stationäre Eingliederungshilfe kann zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Das Kind kehrt in die Herkunftsfamilie zurück, wenn die Familie entsprechend gestärkt, die Schwere der Behinderung zu tragen in der Lage ist oder wenn dem Kind eine hohe Selbständigkeit gelungen ist. Sollte die Schwere der Behinderung eine Rückkehr in die Familie nicht ermöglichen, zieht der junge Mensch mit seinem Erwachsenwerden in eine dementsprechende Wohnform.

Verfahren

Die Personensorgeberechtigten stellen den Antrag auf stationäre Eingliederungshilfe für ihr Kind beim örtlichen Träger der Sozialhilfe (Sozialamt). Der Sozialhilfeträger stellt den Hilfebedarf unverzüglich fest. Weitere Einzelheiten zur Antragsbearbeitung durch die Rehabilitationsträger sind im § 14 SGB IX festgelegt. Bei der Entscheidung über die Leistungen und bei der Ausführung der Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen (Wunsch- und Wahlrecht, § 9 SGB IX). Dabei wird auch auf die persönliche Situation, das Alter, das Geschlecht, die Familie sowie die religiösen und weltanschaulichen Bedürfnisse der Leistungsberechtigten Rücksicht genommen. Den besonderen Bedürfnissen behinderter Kinder ist Rechnung zu tragen. Die Leistungen zur Teilhabe bedürfen der Zustimmung der Leistungsberechtigten.

Zur Durchführung der Leistungen erstellt der Träger der Sozialhilfe so frühzeitig wie möglich einen Gesamtplan zur Durchführung der Leistungen nach § 58 SGB XII auf. Bei der Aufstellung des Gesamtplans und der Durchführung seiner Leistungen wirkt der Träger der Sozialhilfe mit dem behinderten Menschen (bei Kindern und Jugendlichen mit dessen Personensorgeberechtigten) und den sonst im Einzelfall Beteiligten, insbesondere mit dem behandelnden Arzt, dem Gesundheitsamt, dem Jugendamt und Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit zusammen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Stationäre Eingliederungshilfe wird nach den §§ 53, 54 i.V.m. § 97 Abs. 3 (1) SGB XII gewährt. Die Leistungen der Eingliederungshilfe werden in § 54 SGB XII beschrieben, die Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft im Besonderen im § 55 SGB IX.


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