Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (L-E-R)

L-E-R steht für "Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde". Es ist ein Unterrichtsfach, das seit August 1996 an den brandenburgischen Schulen schrittweise eingeführt wurde.
Grundlage dafür ist das Brandenburgische Schulgesetz (§ 11).

Vorausgegangen war der Einführung des Faches in den Jahren 1992 bis 1995 noch unter dem Titel "Lebensgestaltung-Ethik-Religion" ein Modellversuch an 41 Schulen, an dem auch die Evangelische Kirche mitwirkte.
Im Ergebnis einer intensiven Auswertung, die auch das Urteil einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung berücksichtigte, sprachen sich die Abgeordneten des Landtages mit Verabschiedung des Brandenburgischen Schulgesetzes mehrheitlich für die Einführung von "Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde" als reguläres Unterrichtsfach aus.

Das Fach L-E-R kann an der Universität Potsdam in einem grundständigen Studiengang für das Lehramt studiert werden.

Seit dem Schuljahr 2008/2009 wird das Unterrichtsfach L-E-R flächendeckend in allen Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 10, in denen nach der Grundschulverordnung bzw. nach der Sekundarstufe I-Verordnung unterrichtet wird, angeboten.

 

  • Alle Schülerinnen und Schüler befassen sich gemeinsam in einem Unterrichtsfach mit Fragen der Lebensgestaltung, mit ethischen Kategorien, Normen und Begründungen und erhalten Einblick in religionskundliche Inhalte. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie überhaupt und wenn ja, welcher Konfession die Schülerinnen und Schüler angehören oder welcher Weltanschauung sie nahe stehen.
  • Der Unterricht in Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde ist weltanschaulich neutral. Das heißt, L-E-R vermittelt kein religiöses oder weltanschauliches Bekenntnis, sondern Kenntnisse über verschiedene Lebensanschauungen, Überzeugungen, Werthaltungen und Religionen. L-E-R ist bekenntnisneutral, nicht aber wertneutral.
  • L-E-R ist ein Fach mit einem eigenen, unverwechselbaren Profil und kein Ersatz für Religionsunterricht. Die Evangelische Kirche und die Katholische Kirche bieten - mit staatlicher Unterstützung - eigenverantwortlich Religionsunterricht an. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist freiwillig.
  • Alle Schülerinnen und Schüler, die im L-E-R-Unterricht sind, können auch am Religionsunterricht teilnehmen, denn das schließt sich gegenseitig nicht aus. Die Schulen sorgen dafür, dass dies möglich ist. Niemand muss sich also zwischen diesen Beiden entscheiden.
  • Schülerinnen und Schüler, die nur den bekenntnisorientierten Religionsunterricht wünschen, können sich auf Antrag von L-E-R befreien lassen.
  • die Fragen und Probleme der Schülerinnen und Schüler aufnehmen und wichtige Themen unserer Kultur, des Menschen als Individuum und in der Gesellschaft behandeln,
  • dabei der Lebenswelt und den alltäglichen Erfahrungen der Heranwachsenden einen wichtigen Platz einräumen,
  • unterschiedliche Werte und Normen, Lebensvorstellungen und ethische Positionen aus Vergangenheit und Gegenwart im Unterricht bedenken, diskutieren und auf diesem Hintergrund zu eigenen Überzeugungen und verantwortlichen Entscheidungen befähigen und
  • auch Religionen und Weltanschauungen zum Gegenstand von Unterricht und Lernen machen, ohne eine bestimmte Sicht oder Überzeugung, eine Religion oder Weltanschauung als richtig, gültig und verbindlich hinzustellen oder zu vermitteln.

Die Inhalte werden in den folgenden Themenfeldern gebündelt:

Themenfeld 1 - Soziale Beziehungen

Themenfeld 2 - Existenzielle Erfahrungen

Themenfeld 3 - Individuelle Entwicklungsaufgaben

Themenfeld 4 - Welt, Natur und Mensch

Themenfeld 5 - Weltbilder, Kulturen, Interkulturalität

Themenfeld 6 - Frieden und Gerechtigkeit - Hoffnung für die Welt

Diese Themenfelder werden durch thematische Schwerpunkte konkretisiert, die in den Rahmenlehrplänen für die Grundschule und für die Sekundarstufe I näher beschrieben sind.

Der Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I enthält darüber hinaus Exkurse zu den Religionen Judentum, Christentum und Buddhismus und zu humanistischen Weltanschauungen.


letzte Änderung am 21.11.2013

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