Sportstätten - Entwicklungsplanung

Das Sportförderungsgesetz des Landes Brandenburg sieht in § 5 bei der Planung und dem Bau von kommunalen und vereinseigenen Sportstätten die Anfertigung von Sportstättenentwicklungsplanungen, als Entscheidungsgrundlage bei Investitionen vor.

Im Rahmen von Sportstättenentwicklungsplanungen sind Bestandserhebungen der Sportstätten erforderlich, genauso ist erforderlich, sich ein vollständiges Bild über die Sportaktivitäten (vereinsgebundener und nicht vereinsgebundener Sport) zu erarbeiten um neben dem Bedarf für den Schulsport (pflichtige Aufgabe der Kommune) den kompletten Bedarf in die Überlegungen einzubeziehen.

Das MBJS weist auf  folgende Vorschläge und  Anregungen zur Durchführung von Sport(stätten)entwicklungsplanung hin. 

Vom MBJS wurde 1996 ein Leitfaden bzw. eine Handlungsanleitung zur Durchführung von Sportstättenentwicklungsplanungen veröffentlicht. Der Leitfaden ist praxisorientiert gestaltet. Als Modellregionen dienten die Stadt Brandenburg an der Havel und der Landkreis Elbe-Elster, auf die sich auch die Beispieltabellen im Text beziehen.

Ablauf und Inhalt sind in einem Organigramm [ pdf ] dargestellt.

Folgende Methodik und Gliederung der Arbeiten wird im Leitfaden vorgeschlagen:

  • Grundsätze
  • Bestandsaufnahme (Schulsport, Vereinssport ,sonst Sportangebote, Sportstätten- incl. Belegung)
  • Bedarfsberechnung auf Basis der Vorgaben des Goldenen Planes Ost (zur groben Flächenabschätzung)
  • Ermittlung des Schulbedarfs (Basis: 3 Schulsportstunden pro Woche und Jahrgangsstufe)
  • Sportartenspezifische Bedarfsberechnungen ( auf Basis von Normwerten für die Belegung von Sporthallen nach Sportarten und Hallengröße)
  • Bilanzierung
  • Abwägung der Sportbelange und Ermittlung der Handlungserfordernisse
  • Planungsabsichten (vgl. Inhaltsverzeichnis des Leitfadens)

Hinweise zum allgemeinen Verständnis von Sportstättenentwicklungsplanung

Der Leitfaden gibt Hinweise zum allgemeinen Verständnis von Sportstättenentwicklungsplanung und zur Durchführung, sowie ergänzender Beteiligungs- bzw. Befragungshinweise zu einem kooperativen Vorgehen. Zur Bearbeitung wurden Mustertabellen zur Bestandsaufnahme und für Berechnungen beigefügt.
Abschließend wird vorgeschlagen, diese Planung nicht nur als einmaligen Planungsprozess durchzuführen, sondern auch nach der Plananfertigung aktiv eine Abstimmung und überörtliche Koordination der Sportbelange durchzuführen.

Ansprechpartner für das Planungsverfahren

Ansprechpartner für das Planungsverfahren sind die Landkreise bzw. interessierte Städte, Ämter und Gemeinden sowie die Organisationen des Sports.
Die Veröffentlichung "Planung und Entwicklung von Sportstätten" finden Sie hier(Link am Ende des Artikels). Das MBJS sieht es als seine Aufgabe an, Kommunen, die beabsichtigen, eine Sportstättenentwicklungsplanung durchzuführen, zu beraten und - sofern zeitlich möglich - bei einzelnen Arbeitsschritten zu begleiten.
Der Text der Planung und Entwicklung von Sportstätten ist eine Veröffentlichung des MBJS von 1996 (ohne Vorwort), unter Berücksichtigung der neuen Rechtschreibregeln und geringfügiger Korrekturen/Ergänzungen. Partnerbüro bei der Erstellung der Broschüre im Jahr 1996 war das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES), Hannover.

Hinweis:
Die Diskussion um Sportstättenentwicklungsplanung in den Punkten "Nicht organisierter Sport" bzw. "Berücksichtigung des Sportverhaltens" ist inzwischen fortgeschritten und es bestehen dazu weitergehende Vorschläge u.a. des Bundesinstitutes für Sportwissenschaft Köln. Der Erhebungs- und Auswertungsaufwand ist jedoch (erheblich) höher als die Bearbeitung nach den hier vorliegenden Empfehlungen des MBJS. Wir weisen darum auf die Veröffentlichungen des Bundesinstitutes und die angebotene Methodik hin.
(vgl. www.bisp.de Schriftenreihe Band 103 und Planungsgrundlagen Band P1/04 und P1/06).

Das  Ministerium für Familie, Kinder, Jugend,Kultur und Sport des  Landes  Nordrhein-Westfalen bietet auf seinen Internetseiten den Kommunen  in NRW  unter der Überschrift  „Entwicklungsplanung“ den Service eines Berechnungsmodells für den Sportstättenbedarf  bei Eingabe der erforderlichen Basisparameter.   Die Berechnungen erfolgen nach der anerkannten Methode des BISP/Prof Köhl unter Zugrundelegung der Verhaltens- und Sportbeteiligungsparamater im Land NRW.
Berechnungsmodell für den Sportstättenbedarf - Nordrhein-Westfalen

Der Landkreis Teltow-Fläming hat sich der Aufgabe gestellt, eine Antwort auf die Veränderungen durch den Demografischen Wandel, die Bevölkerungsentwicklung und deren Auswirkungen auf den Sport zu finden und das Thema im Rahmen einer übergreifenden Sportentwicklungsplanung zu bearbeiten. Die Ergebnisse und Erläuterungen zu den Arbeiten liegen jetzt vor und werden hier umfassend dokumentiert.

Neben den Erläuterungen besteht die Möglichkeit, die zu den Arbeiten gehörenden Gutachten der Universität Potsdam bzw. der BTU-Cottbus  einzusehen.

zur Sportentwicklungsplanung Teltow-Fläming

In Zusammenarbeit mit dem Bereich Sportpädagogik der Universität Potsdam, Professor Rode, beabsichtigt das MBJS ein Rechenverfahren zur Abschätzung der Sportflächenbedarfe für Kommunen und Kreise in den verschiedenen Regionen des Landes erarbeiten zu lassen und zu erproben. Basis dazu sind Befragungen im Land Brandenburg.

Bei den weiteren Arbeiten ist auch der Landkreis Havelland mit einer repräsentativen Erhebung beteiligt. Die Arbeiten begannen im April 2013 und sollen u.a. die Grundlage für eine komplette Sportstätten - Entwicklungsplanung im LK Havelland sein. 

Die Landkreise und interessierte Kommunen werden begleitend über die Arbeiten  durch das MBJS informiert und sind zur Mitwirkung aufgerufen.


letzte Änderung am 22.12.2016

Kontakt

Andreas Langer
Tel.: (0331) 866-3741
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