Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern

Erzieherinnen und Erzieher werden im Land Brandenburg an Fachschulen des Typs Sozialwesen ausgebildet, die Bestandteil der Oberstufenzentren sind.

Die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern ist im Land Brandenburg eine einphasige dreijährige fachschulische Ausbildung mit integrierten praktischen Ausbildungsabschnitten, die auf verschiedenen möglichen Vorbildungen  aufbaut. Zugangsvoraussetzungen, Dauer und Gliederung der Ausbildung sowie die Durchführung der praktischen Ausbildungsabschnitte sind in der Fachschulverordnung Sozialwesen geregelt.

Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen kann während der gesamten Ausbildungszeit BAföG bezogen werden.

Weiterentwicklung der Ausbildung von Erzieher(n)/innen

Auf der Jugendministerkonferenz vom 25. bis 26. Juni 1998 sind Grundsätze zur Weiterentwicklung der Struktur der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern beschlossen worden. Hier wurde festgestellt, dass die Sicherstellung der Qualifikation nicht alleinige Aufgabe der schulischen Ausbildungsstätten ist, sondern dass die Kinder- und Jugendhilfe in den praktischen Ausbildungsabschnitten eine unmittelbare Mitverantwortung trägt, Qualifizierungsziele zu erreichen. In Anerkennung dieser Verantwortung haben die Jugendministerinnen und Jugendminister der Länder eine Expertise zu den Arbeitsfeldern, Aufgabenprofilen und Qualifikationsanforderungen erstellen lassen und diese der Kultusministerkonferenz für die Neufassung der Rahmenvereinbarung über die Ausbildung und die Prüfung von Erziehern und Erzieherinnen zur Verfügung gestellt. Diese Experise liegt, um ein tätigkeitsorientiertes Konzept für die Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen erweitert, als Publikation "Das Berufsbild der ErzieherInnen" im Buchhandel vor (ISBN-13: 978-3-407-56055-1).

In der KMK-Rahmenvereinbarung über die Fachschulen vom 07.11.2002 wird der Rahmen für die Ausbildung und die Prüfung von Erzieherinnen und Erziehern neu geregelt. Unter ausdrücklichem Verweis auf den Beschluss der Jugendministerkonferenz vom 25./26. Juni 1998 werden - mit Blick auf das berufliche Anforderungsprofil von Erziehern und Erzieherinnen - die mit der Ausbildung angestrebten Qualifikationen beschrieben und als Bezugspunkt für den gesamten Ausbildungsprozess bestimmt. Darüber hinaus wird - der Komplexität und Vielgestaltigkeit sozialpädagogischer Praxis Rechnung tragend - auf die Festlegung von Fächern verzichtet; stattdessen werden Lernbereiche sowie methodisch-didaktische Grundsätze vereinbart, die ein ganzheitliches Lernen ermöglichen soll. Mit dieser Rahmenvereinbarung wird der Praxis als Bezugspunkt der Ausbildung eine größere Bedeutung beigemessen und auch eine stärkere Mitverantwortung bei der inhaltlich-fachlichen Gestaltung der Ausbildung zuerkannt.

Die Umsetzung der neuen KMK-Rahmenvereinbarung hat im Land Brandenburg ihren Niederschlag in der Verordnung über die Bildungsgänge für Sozialwesen in der Fachschule - Link zum Wortlaut der Verordnung siehe oben -. Hier können die Ergebnisse des von 1996 bis 1999 an der Fachschule für Sozialpädagogik Templin am Oberstufenzentrum Uckermark durchgeführten und 1999 abgeschlossenen BLK-Modellversuchs WERA Ansatzpunkte für die inhaltliche Weiterentwicklung für die Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen entsprechend der neuen KMK-Rahmenvereinbarung bilden. Die Ergebnisse liegen als Publikation "Die Ausbildung von Erzieherinnen neu erfinden" im Buchhandel vor.

Auf der Jugendministerkonferenz vom 17. bis 18. Mai 2001 in Weimar wurde ein Bericht der Kommission Kindertagesstätten, Tagespflege, Erziehung in der Familie zum "Lernort Praxis" in der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher zur Kenntnis genommen. Die Jugendministerkonferenz hat beschlossen (Beschluss der Jugendministerkonferenz vom 17./18. Mai 2001), dass es notwendig ist, in den Ländern Formen der Zusammenarbeit der Lernorte "Praxis" und "Schule" zu verstärken und weiter zu entwickeln. Damit wird der Mitverantwortung der Jugendhilfe bei der Weiterentwicklung der Struktur der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, wie auf der Jugendministerkonferenz vom Juni 1998 beschlossen, weiter Rechnung getragen.

Die fachlichen Entwicklungen in den einzelnen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe führen zu einem erweiterten Aufgabenspektrum und zu veränderten beruflichen Anforderungen an die sozialpädagogischen Fachkräfte. Zu den veränderten Aufgabenprofilen und Qualifikationsanforderungen in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe hat das DJI e.V. im Jahr 2004 eine Expertise vorgelegt. Auf der Grundlage eines Berichtes zu den daraus resultierenden Schlussfolgerungen für die Aus- Fort- und Weiterbildung hat die Jugendministerkonferenz am 12./13. Mai 2005 in München einen entsprechenden Beschluss gefasst.

letzte Änderung am 21.11.2013