Sportunterricht
Grundsätzlich orientiert sich der Sportunterricht des Landes Brandenburg am 1. und 2. Aktionsprogramm für den Schulsport, beschlossen von der Ständigen Konferenz der Kultusminister, dem Deutschen Sportbund und den kommunalen Spitzenverbänden. Somit sind in den Stundentafeln für die allgemeinbildenden Schulen des Landes Brandenburg drei Wochenstunden Sport als Pflichtunterricht vorgesehen. Darüber hinaus ist natürlich eine tägliche Bewegungszeit erstrebenswert, dient sie doch der Entwicklungsförderung der Schülerinnen und Schüler. Die schulstufenbezogenen Rahmenpläne (Rahmenlehrpläne) für das Fach Sport enthalten verbindliche Aussagen zu den Zielen, Aufgaben und grundlegenden Qualifikationen sowie zu notwendigen Akzenten in den einzelnen Lerngebieten.
Der neue Rahmenlehrplan Sport für die Sekundarstufe I berücksichtigt Entwicklungen, die sich im letzten Jahrzehnt im gesellschaftlichen, im sportpädagogischen und fachdidaktischen Bereich vollzogen haben. Der Rahmenlehrplan Sport folgt dem fachdidaktischem Konzept der körperlich-sportlichen Grundbildung. Im Mittelpunkt stehen solche Ziele und Aufgaben wie:
- die Entwicklungsförderung der organischen, motorischen und sensorischen Leistungsfähigkeit sowie die Entfaltung vor allem der koordinativen sowie konditionellen Fähigkeiten, der Beweglichkeit und Körperhaltung
- die Entwicklung der Verbesserung der Handlungsfähigkeit im Sport, der praktischen Teilhabe an der Sportkultur unter mehrperspektivischer pädagogischer Sicht.
und
Sechs pädagogische Perspektiven sollen den Sportlehrerkräften sowie den Schülerinnen und Schülern im Sportunterricht Handlungsorientierung geben: Körpererfahrung, Gestaltung, Gesundheit, Leistung, Kooperation, Wagnis.
Der Schulsport ist für die Institution Schule das Instrument der Verantwortungswahrnehmung für den Aufgabenbereich Körper und Bewegung, Spiel und Sport. In Spiel und Sport ereignet sich das pädagogisch Bedeutsame vordergründig in und durch Bewegung, womit zugleich die Körperlichkeit der Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise angesprochen wird. Darauf beruhen die Sonderstellung und die Unverzichtbarkeit dieses Aufgabenbereiches in der Schule. Schulsport in der brandenburgischen Schule ist jedoch in seinen pädagogisch bedeutsamen Wirkungen nicht auf die körperliche und die motorische Dimension der Entwicklung beschränkt, sondern versteht sich als wichtiger Ansatzpunkt ganzheitlicher Bildung und Erziehung. Die Bewegungen, um die es im Sport in der Schule geht, aktualisieren auch immer soziale Dimensionen, Motive, Kognitionen und Wertvorstellungen. Insofern verdienen die Unterrichts- und Erziehungsprozesse in diesem wichtigen Altersbereich nachdrücklich das Attribut "ganzheitlich".
Zur Bedeutung der Bewegung im Kindesalter: Das Schulalter ist die zeitlich limitierte sensitive Phase, innerhalb derer sich insbesondere das Nervensystem und die Knochenstrukturen besonders gut entwickeln, wenn hinreichende Bewegungsreize (quantitativ und qualitativ) gesetzt werden. Versäumnisse in dieser Zeit sind adäquat nicht mehr aufholbar. Bewegung fördert im Kindesalter die Hirnreifung und damit auch intellektuelle Fähigkeiten. Aus diesem grund ist Bewegungsaktivität als Stimulanz für die harmonische beidseitige Hirnentwicklung und damit auch als Grundlage für die kognitiven Leistungen anzusehen. In der Literatur werden hierzu immer wieder Hinweise über Interaktion von Koordination und Kognition beschrieben.
Der Schulsport ist ein eigenständiger und unaustauschbarer Bereich von Bildung und Erziehung; er besitzt darüber hinaus auch eine Schlüsselfunktion für die Gesamtentwicklung des Sports. Die pädagogische Absicht, Handlungsfähigkeit im Sport zu vermitteln, weist über die Schule hinaus und begründet die Bezugnahme des Schulsports auf das außerschulische sportliche Leben. Gerade in dieser Hinsicht stellt er in einer für den Schüler erkennbaren Weise eine Brücke zwischen individueller Bildung und sozialer Mitwirkung dar.
Besondere Ziele im Land Brandenburg
Unsere besondere Bereitschaft zur Mitgestaltung des Schulsports gilt jenen Themen, die die Schulen und die Vereine und Verbände zusammenführen und dadurch gemeinsame Aufgabenfelder entstehen lassen: die Kooperationsbeziehungen zwischen Schule, Verein und Verband, die Unterstützung leistungssportlicher Schülerinnen und Schüler durch die Stärkung des "Schule- Leistungssport Verbundsystems".


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Schulsportbroschüre 2011/2012