Berufs- und Studienorientierung

Berufs- und Studienorientierung ist eine vordringliche Bildungsaufgabe, die sich unmittelbar aus dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule ableitet.

Den normativen Rahmen der Berufs- und Studienorientierung an den brandenburgischen Schulen bilden das Schulgesetz sowie die Bildungsgangverordnungen und Rahmenlehrpläne der Fächer und Lernbereiche. In allen weiterführenden allgemein bildenden Schulen sind verpflichtende Elemente der Berufs- und Studienorientierung fest verankert.

Im Herbst 2015 wurde die "Landesstrategie zur Berufs- und Studienorientierung im Land Brandenburg" veröffentlicht. Sie ist eine Fortentwicklung des Konzepts der Landesregierung zur Berufs- und Studienorientierung aus dem Jahr 2008 und definiert sich als Handlungsrahmen für die Brandenburger Schulen und ihrer Partner zur Umsetzung einer individuellen, systematischen und praxisorientierten Berufs- und Studienorientierung.

Für die Konzeptüberarbeitung richtete das MBJS im September 2014 eine Projektgruppe ein, in der neben dem MBJS unter anderem mit den Kammern, dem DGB Bezirk Berlin-Brandenburg, der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg sowie dem Netzwerk Zukunft alle für den Prozess der Berufs- und Studienorientierung im Land Brandenburg relevanten Partner mit ihrer Expertise vertreten waren.


Ziele der schulischen Berufs- und Studienorientierung

Berufs- und Studienorientierung ist der individuelle Prozess der Annäherung und Abstimmung zwischen den Interessen, Wünsche und Fähigkeiten des Einzelnen mit den Möglichkeiten, den Bedarfen und Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt. Sie steht damit im Spannungsfeld zwischen dem pädagogischen Ziel der Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung der Selbstkompetenz einerseits und andererseits der Entwicklung der Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen, um dem Fachkräftebedarf der Wirtschaft gerecht zu werden.

Berufs- und Studienorientierung dient unter Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen und des geschlechtsspezifischen Berufswahlverhaltens der Entwicklung von Berufswahlkompetenz der Schülerinnen und Schüler und zielt auf den gelingenden Übergang von der Schule in einen Beruf.

Zielgruppen:

  • Schülerinnen und Schüler insbesondere der siebten bis dreizehnten Klasse
  • Lehrkräfte und Leitungspersonal an Schulen
  • Eltern
  • außerschulische Kooperationspartner

Zusammenarbeit Schule - Wirtschaft

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine wirksame Berufs- und Studienorientierung ist ein hoher Praxisbezug für Schülerinnen und Schüler. Dafür bedarf es einer engen Kooperation der Schule mit Unternehmen und Hochschule. Erfolgreiche Zusammenarbeit kann sowohl mit kleinsten Familienbetrieben ebenso wie mit großen Firmen gelingen. Gelingende Kooperation dieser Art beinhaltet vor allem regelmäßige Absprachen zwischen Schule und Betrieb sowie die gegenseitige Kenntnis von Wünschen, Problemen und Chancen.

Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e.V.

Das Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e.V. (Netzwerk Zukunft) ist Plattform zur Förderung von Kooperationen zwischen Schule, Unternehmen und Hochschulen. Daneben wirkt es als Service- und Koordinierungsstelle für die Gestaltung einer landesweit gleichartigen systematischen und praxisorientierten Ausrichtung der Berufs- und Studienorientierung.

In diesem Rahmen berät und unterstützt es Schulen unter anderem bei der Erarbeitung und Umsetzung ihrer schulischen Konzepte zur Berufs- und Studienorientierung und bietet Fortbildungen für Lehrkräfte und andere Akteure im Prozess der Berufs- und Studienorientierung. Das Netzwerk Zukunft unterstützt und begleitet Schulen, Wirtschaft und Hochschulen beim Aufbau von Kooperationen. Zur Förderung solcher Kooperationen ist das Netzwerk Zukunft als operativer Partner der Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Berlin und Brandenburg vor allem als Bindeglied in den regionalen Arbeitskreisen SCHULEWIRTSCHAFT aktiv.

Weitere Informationen zur Arbeit des Netzwerk Zukunft finden Sie auf seinem Internetangebot. 

Das Netzwerk Zukunft wird getragen von den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern im Land Brandenburg, der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund Bezirk Berlin-Brandenburg und dem MBJS.


Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit

Mit der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat das MBJS eine intensive Zusammenarbeit in der Berufsberatung vereinbart. In der Vereinbarung vom 20. Oktober 2008 werden die wechselseitigen Angebote und Aufgaben der Schulen, der Berufsberatung und Schulaufsichtsbehörden beschrieben. Zentrale Elemente der Vereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung sind:

  • ein Konzept zur Berufs- und Studienorientierung an jeder Schule
  • die Abstimmung der Schule mit der Berufsberatung der zuständigen Agentur für Arbeit über dieses Konzept und dessen Umsetzung
  • der Einsatz des Berufswahlpasses als grundlegendes Element der beruflichen Orientierung an der Schule

letzte Änderung am 14.04.2016