Gewaltprävention

 
Notfallpläne für die Schulen des Landes Brandenburg

Bei schwerwiegenden Notfällen an Schulen wie Amokläufe, Geiselnahmen, Bombendrohungen oder schweren Körperverletzungen sollen die "Notfallpläne für die Schulen des Landes Brandenburg" helfen, diese schwierigen Situationen besser zu meistern.

Die Notfallpläne enthalten konkrete Handlungs­an­leitungen und Hinweise auf Hilfen, wenn Schulen mit Notfallsituationen, Gewaltvorfällen oder extremistisch motivierten Vorfällen konfrontiert werden. Das Ziel der Notfallpläne ist es, dass die Schulleiterinnen und Schulleiter und alle anderen Verantwortlichen in akuten Notfällen, z.B. bei Krisensituationen, minder schweren Gewaltvorfällen sowie auch bei Amok­dro­hun­gen wissen, was zu tun ist und in welchen Fällen und bei wem sie rasch Hilfe an­for­dern und erwarten können, wenn ein Vorfall weitergehender Unterstützung bedarf.

Die Notfallpläne sind primär eine Handreichung für die Schulleitung; sie sind aber auch allen anderen an den Schulen Tätigen (Lehrern, Sekretariat, Referendaren bis hin zum Hausmeister, ggf. auch Elternvertretern und ausgewählten Schülervertretern der Oberstufe) in ihrer Struktur und Handhabung bekannt zu machen und sollten ihnen vertraut sein. Hinweise zum Notfall können in akuten Belastungssituationen nur dann gegeben werden und hilfreich sein, wenn der Umgang mit ihnen vorbereitet bzw. geübt ist. Daher ist in den Schulen ausgehend von der Leitungsebene zu klären, wer in einem Notfall welche Aufgaben zu übernehmen hat. Die Auseinandersetzung mit den Notfallplänen gehört zu dem für jede Schule zu entwickelnden Sicherheitskonzept, das in das Schulprogramm aufzunehmen ist.

Die Pläne sind in folgende Teile untergliedert:

Teil A   Grundsätze

Teil B   Sofortmaßnahmen

Teil C   Folgemaßnahmen

 

Hinsehen - Handeln - Helfen
Angstfrei leben und lernen in der Schule

Mit dem Rundschreiben wird allen in den Schulen Verantwortlichen ein Handlungspapier zur Verfügung gestellt, um sie darin zu stärken, dass sie Gewalt erkennen und begegnen können. Gezielte und wirksame Prävention bedeutet: Gewalt zum Thema machen, deeskalieren und intervenieren zur Vermeidung und Verringerung von Gewaltvorfällen und Straftaten.

Das Rundschreiben beschreibt die Grundsätze des Handelns, z.B. dass die Gewalttat zu ächten ist, nicht aber die Person, dass die Perspektive des Opfers deutlich werden muss oder der Vorrang der Wiedergutmachung vor der Repression.

Das Vorgehen bei Gewaltvorfällen wird im Detail geregelt wie auch die Maßnahmen zur Aufarbeitung des Sachverhalts. Den Schulen werden Informationen an die Hand gegeben, bei welchen Vorfällen die Polizei zu beteiligen ist, wer Anzeige zu erstatten hat und wie unter anderem mit strafunmündigen Kindern umzugehen ist.

Besonders geht das Rundschreiben auf Straftaten ein, die den demokratischen Rechtsstaat gefährden. Dabei handelt es sich unter anderem um die Verbreitung von Propagandamitteln oder das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Abschließend werden Ansprechpartner benannt, bei denen die Schulen Rat und Unterstützung bei Gewaltvorfällen finden können.

Die Anti-Gewalt-Fibel ist vom LISUM für die Länder Berlin und Brandenburg entwickelt worden. Im Sinne langfristiger und vorbeugender pädagogischer Arbeit unterstützt diese Broschüre die Schulen darin, Konflikten zu begegnen und das Aufkommen von Gewalt durch kooperatives und soziales Lernen zu verhindern. So enthält die Broschüre u.a. eine Anleitung zur Streitschlichtung für jüngere Schülerinnen und Schüler und Trainingsvorschläge zum Verhalten und zur Kooperation in Konfliktsituationen.

Die Anti-Gewalt-Fibel ist damit eine wertvolle Ergänzung sowohl zu den Notfallplänen und dem Rundschreiben 6/09 Hinsehen - Handeln -Helfen wie auch zu schon vorhandenen Publikationen des LISUM wie der Anti-Mobbing-Fibel oder der Broschüre „PIT-Prävention im Team". 

Anlage: Anti-Gewalt-Fibel


letzte Änderung am 11.12.2014