Pilotschulen Inklusion übernehmen Brückenfunktion auf dem Weg zu einer „Schule für alle“

Bildungsministerin Münch weist Kritik des Städte- und Gemeindebundes zurück

Presseinformation vom 12.01.2012

Ministerin Martina Münch

Bildungsministerin Martina Münch hat mit Unverständnis auf die Kritik des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg zur Einführung der Pilotschulen reagiert. „Von einer übereilten Einführung inklusiver Schulen kann keine Rede sein“, stellt Münch klar. „Unser Ziel ist, dass wir ab dem Schuljahr 2015/2016 schrittweise die „Schule für alle“ – beginnend mit der Jahrgangsstufe 1 – umsetzen. Um diesen Prozess vorzubereiten, gehen ab dem kommenden Schuljahr 2012/13 landesweit Pilotschulen Inklusion an den Start. Diese erhalten in Form von kleineren Klassen und zusätzlichen Lehrern gute Startbedingungen. Die Idee von Pilotschulen ist im Übrigen weder neu noch unausgegoren: Bereits jetzt lernt fast jeder zweite Schüler mit Förderbedarf an einer Regelschule, viele Grundschulen haben bereits Erfahrungen mit inklusiver Bildung gesammelt. Die Pilotschulen sollen hier ansetzen, Erkenntnisse vertiefen und auf dem Weg zu einer „Schule für alle“ eine Brückenfunktion übernehmen. Ihr Wissen wird anderen Schulen helfen und zeigen, an welchen Stellen Nachsteuerungsbedarf besteht. Diese Erfahrungen werden auch den Schulträgern helfen, die tatsächlichen Bedarfe inklusiver Schulen besser einschätzen zu können. Die Sorge, dass mit dem Start der Pilotschulen ein massiver Investitionsaufwand entsteht, ist unbegründet. Die bestehenden Regelungen für barrierefreies Bauen sind geltendes Recht im öffentlichen Bereich – das hat nichts mit der Einführung der Pilotschulen zu tun“, führt Bildungsministerin Münch aus. „Eine ‚Schule für alle‘, in der sich jede Schülerin und jeder Schüler mit seinen Stärken und Schwächen entfalten können, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – dafür brauchen wir auch die Erfahrungen, das Wissen und das Engagement der Kommunen. Deswegen freue ich mich, dass sich der Städte- und Gemeindebund Brandenburg am Runden Tisch ‘Inklusive Bildung‘ beteiligt und einbringt.“

Hintergrund:

Bis Februar 2012 können Grundschulen ihre Konzepte als Pilotschule für Inklusion für Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache vorlegen, danach werden die Schulen ausgewählt. Im April werden alle beteiligten Schulen zu einer Startveranstaltung eingeladen. Ab Mai beginnen die systematische wissenschaftliche Begleitung, fachliche Beratung und Fortbildung der Schulen. Für den Start der Pilotschulen stehen in diesem Jahr zusätzlich mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung, d.h., die beteiligten Schulen erhalten eine zusätzliche Ausstattung:

  • Alle Pilotschulen erhalten für fünf Prozent ihrer Schüler zusätzlich 3,5 Lehrerwochenstunden pro Schüler als Basisausstattung für eine förderdiagnostische Lernbegleitung.
  • Pilotschulen mit besonderen Problemlagen erhalten weitere Lehrerwochenstunden.
  • Für die Bildung von Klassen an den Pilotschulen gilt künftig der Frequenzrichtwert von 23 Schülerinnen und Schülern (statt 25).

Weitere Informationen gibt es im Internet unter:

www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.248770.de

letzte Änderung am 26.04.2013

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