Einstellungsrekord für Brandenburger Schulen

Bildungsministerin Münch informiert zum Schuljahr 2013/14: Land stellt rund 550 neue Lehrkräfte ein – so viele wie noch nie

Presseinformation vom 31.07.2013

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Bildungsministerin Martina Münchhat heute in Potsdam aktuelle Informationen zum neuen Schuljahr 2013/14 gegeben und die Neuerungen vorgestellt.

Lehrereinstellungen:

„Wir haben so viele neue Lehrkräfte eingestellt wie nie zuvor“, so Bildungsministerin Münch. „Mit der Einstellung von jungen und motivierten Lehrkräften bringen wir nicht nur frischen Wind in die Schulen, sondern schaffen auch eine gute Ausgangslage für den mittelfristig steigenden Bedarf an Lehrkräften im Land Brandenburg.“

Für das neue Schuljahr 2013/14 werden im Land Brandenburg rund 550 Lehrerinnen und Lehrer neu eingestellt – 466 Verträge sind bereits unterzeichnet, weitere etwa 90 Einstellungen sollen in den ersten Schulwochen erfolgen. Mehr als die Hälfte dieser unbefristeten Einstellungen entfallen auf die Schulamtsbereiche Brandenburg an der Havel und Perleberg, erläutert Münch. „Besonders viele Lehrkräfte werden in diesem Schuljahr an Grund- und Oberschulen benötigt, insbesondere für die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Sport und Englisch sowie Lehrkräfte für Sonderpädagogik“, so Münch. „Aber auch für die sogenannten Mangelfächer wie Kunst, Musik, Physik, Chemie und LER haben wir Lehrkräfte gewonnen. Wir können also unseren Bedarf für die Fächer, die Schulformen und auch regionalspezifisch dank der Neueinstellungen weitgehend decken. Es bleibt dabei: Brandenburg bietet jeder Lehrkraft, die es möchte und die die Voraussetzungen erfüllt, die Verbeamtung an.“ Bildungsministerin Münch kündigt zudem eine breite Werbe- und Einstellungskampagne an. „Ich freue mich, dass wir – durch die Vereinbarungen mit den Gewerkschaften im Juni – unsere Lehrkräfte ab dem Schuljahr 2014/15 deutlich entlasten können. Dafür werden wir – neben den ohnehin anfallenden Neueinstellungen – zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer einstellen.“ Die Vereinbarung mit den Gewerkschaften sieht vor, die Pflichtwochenstunden der Lehrkräfte ab dem Schuljahr 2014/15 um eine Stunde zu senken: an Grundschulen von 28 auf 27 Stunden und an Oberschulen von 26 auf 25 Stunden. Außerdem sollen ältere Lehrkräfte mit 35 und mehr Dienstjahren ab dem 60. Lebensjahr um eine Wochenstunde entlastet werden. „Damit bietet Brandenburg den Lehrkräften im Vergleich zu anderen Bundesländern hervorragende Arbeitsbedingungen: Anderswo müssen Grundschullehrkräfte in der Regel eine Stunde länger, Oberschullehrkräfte an vergleichbaren Schulen sogar zwei bis drei Stunden pro Woche mehr unterrichten“, so Münch.

Inklusion – Schule für alle:

„Alle Schulen sollen künftig in der Lage sein, jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler bestmöglich fördern und unterstützen zu können – der Start des landesweiten Pilotprojekts ‘Inklusive Grundschule‘ vor einem Jahr war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer ‘Schule für alle‘. Bildungsgerechtigkeit für alle zu erreichen, ist mir ein wichtiges, persönliches Anliegen“, macht Münch klar. „Ende September werden wir die ersten Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung vorlegen – dann werden wir sehen, was gut läuft und an welchen Stellen noch Nachsteuerungsbedarf besteht.“ Inklusive Bildung ist auch in diesem Jahr ein bildungspolitischer Schwerpunkt: Im November und Dezember werden vier regionale Fachtage zur inklusiven Bildung stattfinden, bei denen Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrkräfte, aber auch Lehramtsstudierende, Schulträger und interessierte Bürgerinnen und Bürger miteinander ins Gespräch kommen. 

Lehrerbildung:

„Mit dem neuen Lehrerbildungsgesetz haben wir die Weichen für die Zukunft an unseren Schulen gestellt“, so Münch. „Die Lehrerinnen und Lehrer werden künftig stärker als bisher auf die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler eingehen.“ Alle Lehramtsstudierenden werden ab diesem Wintersemester erstmals verstärkt Kompetenzen im Bereich der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern erwerben. Schwerpunkte des neuen Lehrerbildungsgesetzes sind:

  • Im Studium soll den Anforderungen an die „Schule für alle“ – eine inklusive Schule - Rechnung getragen werden, indem in allen Lehramtsstudiengängen inklusionspädagogische Grundlagen vermittelt werden.
  • Die neuen Lehrämter orientieren sich an den Schulstufen im Land Brandenburg: Neu sind ein eigenes Lehramt für die Grundschule sowie ein übergreifendes Lehramt für die Schulen der Sekundarstufen I und II. Damit wird erreicht, dass die künftigen Lehrkräfte in ihrer Ausbildung stärker als bisher auf die fachlichen und pädagogischen Spezifika der jeweiligen Schulstufe vorbereitet werden können.

„Zur Unterstützung der Lehrkräfte gehört auch Anerkennung“, so Münch. Auch in diesem Schuljahr werden wieder – stellvertretend für viele gute Lehrkräfte im Land – die besten Lehrerinnen und Lehrer ausgezeichnet. Dazu werden in Kürze die Schulen aufgefordert, Vorschläge zu benennen. „Der Brandenburgische Lehrerinnen- und Lehrerpreis wird besonders engagierten Lehrkräften aus Respekt vor ihren Leistungen verliehen.

Umgang mit Unterrichtsausfall:

„Das Thema Unterrichtsausfall nehme ich sehr ernst“, so Münch. Das Konzept „Verlässliche Schule“ wird derzeit überarbeitet. Dabei wird genau geprüft, was sich bewährt hat und welche anderen Lösungsansätze zur Vermeidung von Unterrichtsausfall denkbar sind. Die Schulen erstellen auf Basis dieses Konzepts alljährlich ein Vertretungskonzept mit dem Ziel, Unterrichtsausfall soweit wie möglich zu vermeiden. Das Vertretungskonzept orientiert sich an  grundsätzlichen Eckpunkten des Schulalltags, wie dem abgestimmten Jahresterminplan für unterschiedliche schulische Vorhaben, der Planung von Fortbildungszeiten für die Lehrkräfte und der Nutzung individueller Stundenkonten.

Demografie-Kommission:

„Die Empfehlungen der Demografie-Kommission bilden die Grundlage für unsere Entscheidungen, was wir tun werden, um auch in Zukunft ein stabiles Schulnetz im Land Brandenburg zu sichern“, kündigt Münch an. Die Kommission wird Ende des Jahres ihre Ergebnisse und Empfehlungen für künftige Modelle der Grundschulversorgung im ländlichen Raum vorstellen. „Ab etwa 2017 führt die demografische Entwicklung zunächst in den ländlichen Regionen Brandenburgs, ab 2020 mit wenigen Ausnahmen im ganzen Land zu einem erneuten deutlichen Rückgang der Schülerzahlen. Wir müssen also jetzt schon über die Frage nachdenken, wie die Schulversorgung in zehn oder zwölf Jahren in Brandenburg aussehen soll.“

Laut der jüngsten Bevölkerungsprognose des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg wird sich die Zahl der Geburten zwischen 2011 und 2030 im Land Brandenburg von rund 19.000 auf etwa 9.900 fast halbieren. Die Demografie-Kommission soll angesichts dessen Empfehlungen für künftige Modelle der Grundschulversorgung im ländlichen Raum erarbeiten und einen Ausblick auf die Entwicklung in der Sekundarstufe I einschließen.

Höhere Zuschüsse für Auszubildende ab 1. August 2013:

„Ich freue mich, dass künftig allen Azubis die erhöhten Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung zustehen“, so Münch. Jugendliche, die während ihrer Ausbildung an einer Berufsschule außerhalb ihres Wohnortes leben, erhalten künftig höhere Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung. Zudem wurde das Antragsverfahren vereinfacht, um noch mehr Anspruchsberechtigte zu erreichen. Künftig wird ein Zuschuss von 50 Prozent der Kosten, höchstens 10 Euro pro Tag, gewährt. Profitieren davon werden voraussichtlich rund 800 Auszubildende der insgesamt rund 1.000 Antragsteller. Die Voraussetzung ist ein im Land Brandenburg abgeschlossener Ausbildungsvertrag nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung. Ansprechpartner für die Zuschüsse sind die Schulverwaltungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte.

Zukunftstag für Mädchen und Jungen 2014 am 27. März 2014:

Frühzeitig Interessen und Neigungen ausloten, Orientierung geben und die Unterschiede bei der Berufswahl von Mädchen und Jungen bewusst machen – darum geht es am Zukunftstag“, so Münch. Am 12. Zukunftstag für Mädchen und Jungen öffnen Betriebe, Behörden und Institute ihre Türen für einen Blick in die beruflichen Perspektiven von Jugendlichen. Die Schulen sollten schon jetzt den Tag für die Schülerinnen und Schüler einplanen, um Interessen zu wecken und berufliche Perspektiven für die Zeit nach der Schule aufzuzeigen. Die Schülerinnen und Schüler sollen frühzeitig damit vertraut gemacht werden, wie es nach der Schule weitergeht, denn noch immer haben zu viele nur vage Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft.

Ein Tag zwischen Preußen und Sachsen:

Unter dem Titel „Die junge Landesausstellung“ wird es bei der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung „Preußen und Sachsen – Szenen einer Nachbarschaft“ vom 06. Juni bis 02. November 2014 im Schloss Doberlug (Landkreis Elbe-Elster) Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen geben. Sie können Geschichte am authentischen Ort erleben und sich mit Themen wie Nachbarschaft, Freundschaft, Feindschaft, Barock, Aufklärung, Klischees oder Krieg und seine Folgen beschäftigen. Fortbildungsangebote für Lehrkräfte, im Landesinstitut für Schule und Medium Berlin-Brandenburg (LISUM), im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) sowie vor Ort im Schloss Doberlug, sorgen für eine gute Vorbereitung.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mbjs.brandenburg.de

letzte Änderung am 21.11.2014

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