Neuer Einstellungsrekord für Brandenburger Schulen

Bildungsministerin Münch begrüßt zum Schuljahr 2014/15 rund 900 neue Lehrkräfte – so viele wie noch nie

Presseinformation vom 20.08.2014

Foto der Ministerin für Bildung, Jugend und Sport Dr. Martina Münch

Einstellung neuer Lehrkräfte

„Wir stellen für dieses Schuljahr so viele neue Lehrkräfte ein wie nie zuvor – insgesamt rund 900 Lehrerinnen und Lehrer. Das ist Rekord im Land Brandenburg!“, so Bildungsministerin Münch. „Mit der Einstellung dieser jungen und motivierten Lehrkräfte bringen wir frischen Wind in unsere Schulen und schaffen eine gute Ausgangslage für den mittelfristig steigenden Bedarf an neuen Lehrkräften im Land Brandenburg.“

Mit dem heutigen Tag sind bereits 869 Verträge unterzeichnet, weitere werden in den nächsten Tagen folgen. Mehr als ein Drittel dieser unbefristeten Einstellungen entfallen auf den Schulamtsbereich Brandenburg (Havel), das zweite Drittel teilen sich die Schulamtsbereiche Perleberg und Wünsdorf, das letzte Drittel die Schulamtsbereiche Frankfurt (Oder), Eberswalde und Cottbus, erläutert Münch. „Besonders viele Lehrkräfte haben wir für die Grund- und Oberschulen eingestellt, insbesondere für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch, außerdem zahlreiche Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen“, so Münch. „Aber auch für sogenannte Mangelfächer wie Kunst, Musik und Chemie konnten wir Lehrkräfte gewinnen.“  Die allermeisten neu eingestellten Lehrkräfte bringen die erforderliche Qualifikation mit, sind also ‘vollwertige‘ Lehrkräfte. Aber auch die wenigen Seiteneinsteigermeist Hochschulabsolventen mit Diplom – sind willkommen, beispielsweise für Fächer wie Kunst, Werken und Sport.

Mit Blick auf den mittelfristig steigenden Bedarf an neuen Lehrkräften in den kommenden Jahren versichert Münch: „Es bleibt dabei: Brandenburg bietet jeder Lehrkraft, die es möchte und die Voraussetzungen erfüllt, die Verbeamtung an.“

Zu verdanken ist die große Zahl der Neueinstellungen einer gezielten Lehrerwerbekampagne des Bildungsministeriums auch in anderen Bundesländern, Einstellungsteams an den staatlichen Schulämter und einer Hotline im Bildungsministerium mit direkten Ansprechpartnern, der erstmals schulscharfen Abbildung offener Stellen im Internet, der schnellen Sichtung und Bearbeitung von rund 6.500 Bewerbungen sowie den zahlreichen persönlichen Kontakten mit den Bewerberinnen und Bewerbern, so Münch weiter.  

Entlastung der Lehrkräfte

Im neuen Schuljahr werden erstmals die Lehrkräfte an den Grund- und Oberschulen um eine Wochenstunde entlastet: Grundschullehrkräfte unterrichten nur noch 27 statt bislang 28, Oberschullehrkräfte 25 statt bislang 26 Stunden in der Woche. „Das macht die Arbeit an brandenburgischen Schulen zusätzlich attraktiv, denn in anderen Bundesländern müssen Lehrkräfte meist mehr Stunden pro Woche unterrichten“, so Münch. Ältere Lehrkräfte ab dem 60. Lebensjahr mit 35 und mehr Dienstjahren werden ebenfalls eine Stunde weniger unterrichten. Damit wird die Arbeit der Lehrkräfte einmal mehr anerkannt. Für diese Entlastung stellt das Land rund 20 Millionen Euro bereit.

Sicherung des Unterrichts

„Oberste Priorität hat auch in diesem Schuljahr die Sicherung des Unterrichts“, so Münch. Dafür haben die Schulen eigene Vertretungskonzepte, die sie mit hohem Engagement umsetzen. Seit Beginn dieses Jahres stehen dafür zusätzlich 10 Millionen Euro bereit: Für 5 Millionen konnten die staatlichen Schulämter zusätzliche Lehrkräfte einstellen, um dauerkranke Lehrkräfte zu ersetzen. Weitere fünf Millionen fließen direkt an die Schulen für ein schuleigenes Vertretungsbudget. „Damit können die Schulen schnell, selbstständig und gezielt flexibel reagieren und kurzfristige Vertretungen absichern“, erläutert Münch. Mehr als die Hälfte aller Schulen haben einen Pool mit Vertretungskräften aufgebaut, beispielsweise mit ehemaligen Lehrkräften im Ruhestand oder Teilzeit-Lehrkräften, die vorübergehend mehr Stunden unterrichten oder auch Referendaren mit 1. Staatsexamen. Im zurückliegenden Schuljahr 1013/14 betrug der ersatzlos ausgefallene Unterricht insgesamt 1,9 Prozent – damit steht Brandenburg bundesweit sehr gut da.

Erstes Abitur mit neuer GOST erfolgreich

Zum ersten Mal seit der Reform der gymnasialen Oberstufe – mit fünf Unterrichtsfächern auf erhöhtem Anforderungsniveau – haben brandenburgische Schülerinnen und Schüler das Abitur abgelegt. Münch: „Die jüngsten Abiturergebnisse zeigen: Die Reform hat sich gelohnt. Es gab noch nie so viele Einser-Abiturienten, und der Notendurchschnitt aller Abiturienten war mit 2,3 sogar besser als im Jahr zuvor.“

Immer weniger Schüler ohne Schulabschluss

Immer mehr Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule mit einem anerkannten Abschluss. Die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss geht kontinuierlich zurück. Zuletzt lag der Anteil bei 8 Prozent (Schuljahr 2012/13). Knapp 6 Prozent der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss stammen aus Förderschulen, die keinen von der Kultusministerkonferenz der Länder anerkannten Abschluss vergeben können. Nur gut 2 Prozent verlassen die Regelschulen ohne Abschluss (Ober- und Gesamtschulen, Gymnasien).

Pilotprojekt „Inklusive Grundschule“ im 3. Jahr

Das landesweite Pilotprojekt „Inklusive Grundschule“ mit 84 Grundschulen in öffentlicher und freier Trägerschaft startet ins dritte Jahr. Die öffentlichen Pilotschulen wurden im neuen Schuljahr mit 118 Lehrkräften zusätzlich ausgestattet. „Damit können unsere Pilotschulen besser auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingehen. Sie nehmen auch Kinder mit Lernschwierigkeiten, Sprachproblemen oder im Verhalten aus ihrer Wohnumgebung auf“, so Münch. Von der wissenschaftlichen Begleitung des Pilotprojekts werden wichtige Erkenntnisse für den weiteren Prozess auf dem Weg zur „Schule für alle“ erwartet.

Lehrerbildung – Heterogenität

Der Umgang mit heterogenen Lerngruppen spielt nicht nur an den Pilotschulen, sondern auch an allen Schulen im Land eine wichtige Rolle. Daher gibt es gezielte Fort- und Weiterbildungen für die Lehrkräfte in puncto individueller Förderung, differenzierter Leistungsbewertung oder kooperativer Lernformen. Schwerpunktthemen sind der Umgang mit Rechenschwäche, Autismus, Verhaltensauffälligkeiten oder mit Konflikt- und Krisensituationen. Die Fortbildungsveranstaltungen des Landesinstituts für Schule und Medien (LISUM) und der regionalen Beratungs- und Unterstützungssysteme (BUSS) sind sehr gut nachgefragt. Vergleichbare Angebote gibt es auch für die Lehramtskandidaten beim Landesinstitut für Lehrerbildung (LaLeb).

Persönliche Botschaft: Wählen ab 16

In gut drei Wochen wird im Land Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Zum ersten Mal sind Jugendliche ab 16 Jahren dabei. „Deshalb möchte ich dazu aufrufen: Nehmen Sie Ihr demokratisches Recht wahr. Ihre Stimme zählt – und wird Gewicht haben. Mit der Wahl können Sie direkten Einfluss auf die Politik und die Gesellschaft nehmen. Sie bestimmen mit, wie künftig die Politik in diesem Land aussehen soll“, so Münch.

Weitere Informationen im Internet unter: www.mbjs.brandenburg.de

letzte Änderung am 09.12.2014

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