Neue Broschüre für Präventionsarbeit gegen Cybermobbing:

„Cybermobbing ist grauenvolle Tortur“.

Presseinformation vom 15.01.2015

Broschüre "Cybermobbing ist grauenvolle Tourtur"

Das Mobbing über elektronische Geräte, das Cybermobbing, nimmt unter Jugendlichen zu. „Das wird für manche Opfer zu einer grauenvollen Tortur“, so Bildungs- und Jugendminister Günter Baaske anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Broschüre „Stopp Cybermobbing“. Sie wurde in einer Auflage von 1.500 Stück von der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg herausgegeben und vom Bildungsministerium gefördert.

Cybermobbing sind beispielsweise Verunglimpfung, Verrat oder Ausgrenzung. Oft werden bestimmte Mitschülerinnen und -schüler als Opfer ausgewählt und gezielt attackiert. Über die elektronischen Medien, zumeist Smartphones, werden Gerüchte gestreut, verächtlich machende Bilder der Opfer verschickt oder Drohungen ausgesprochen. Mögliche Folgen: Schlaflosigkeit, Nervosität, Angstgefühle, Verschlossenheit, aber auch plötzliche Aggression. Es können sich langwierige psychische Probleme ergeben.

Baaske:  „Cybermobbing ist ein alltägliches Phänomen. Den Tätern geht es schlicht darum, Macht auszuüben und sich am Leid anderer zu berauschen. Wir dürfen die Opfer nicht allein lassen und müssen potenzielle Täter von ihrem Weg abbringen. Dafür ist es wichtig, dass Erwachsene, aber auch die Jugendlichen in ihren Gruppen, aufmerksam sind und sofort eingreifen. Mit diesem Heft geben wir wichtige und praxisnahe Hinweise, wie das möglich ist.“

Das 42-seitige Heft bietet umfangreiche Informationen zur Prävention von Cybermobbing in Schulen ab der Jahrgangsstufe 7, aber auch in anderen Jugendgruppen. Die Arbeitsmodule, zum Beispiel für Projekttage, hat die Aktion Kinder- und Jugendschutz e.V. in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) zusammengestellt. Sie sollen pädagogischen Fachkräften eine wirkungsvolle Präventionsarbeit ermöglichen. Die Jugendlichen sollen befähigt werden, Mobbing-Prozesse zu erkennen und ihr eigenes Handeln zu überprüfen und zu ändern.

Seit 2013 ist „Cybermobbing" fester Bestandteil des Programms „Mobbingfreie Schule". Es wurde im Schuljahr 2012/13 vom Bildungsministerium und von der Techniker Krankenkasse (TK) gestartet. Insgesamt 630 „Anti-Mobbing-Koffer" hat die TK den märkischen Schulen seitdem zur Verfügung gestellt. Die Koffer enthalten Materialien zur Durchführung von themenbezogenen Projektwochen: ein Lehrerhandbuch, Aufklärungsfilme sowie Informationsmaterial für Schülerinnen, Schüler und Eltern. Anregungen und Übungsbeispiele sollen helfen, die Mobbingprävention ganz praktisch in den Schulalltag zu integrieren. Bislang haben mehr als 100 brandenburgische Schulen und rund 7.500 Schülerinnen und Schüler am Anti-Mobbing-Programm teilgenommen. Am kommenden Mittwoch, 21. Januar 2015, findet dazu in Frankfurt (Oder) eine Informationsveranstaltung statt.

Der neue Rahmenlehrplan, der sich zurzeit in der Anhörungsphase befindet, soll diese Aktivitäten unterstützen. Er enthält ein Basiscurriculum Medienbildung, das fachübergreifend eingesetzt werden soll. Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, eine verantwortungsvolle Kommunikation mit den Medien zu erlernen.

Cybermobbing kann einzelne Straftatbestände beinhalten, so die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Dazu gehören Beleidigungen, Drohungen oder die scheinbar harmlose Verbreitung von Bildern und Videos. Grundsätzlich sind Kinder unter 14 Jahren strafunmündig. Bei Jugendlichen steht nicht die Bestrafung, sondern der Erziehungsgedanke im Vordergrund. In Betracht kommen in erster Linie erzieherische Weisungen und Auflagen im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes (JGG). 

Die Broschüre wird den Schulen über die Regionalstellen des Landesschulamtes sowie den Jugendinformations- und Medienzentren in den Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung gestellt. Im Internet kann sie unter www.mbjs.brandenburg.de oder www.jugendschutz-brandenburg.de/ als PDF-Datei abgerufen werden.

Einzelne Exemplare können direkt beim Bildungsministerium per Mail bestellt werden bei: michaela.hille@mbjs.brandenburg.de


letzte Änderung am 21.01.2015

Kontakt

Martina Marx
Tel.: (0331) 866-3521
Fax: (0331) 866-3525
E-Mail