Kinder aus Asyl suchenden- und Flüchtlingsfamilien und ihre Eltern

Informationen zur Kindertagesbetreuung

Kinder aus Asyl suchenden- und Flüchtlingsfamilien haben denselben Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung wie alle Kinder: vom vollendeten ersten Lebensjahr bis zum Ende der 4. Klasse. Jüngere und ältere Kinder haben dann einen Anspruch, wenn die familiäre Situation oder ein besonderer Erziehungsbedarf eine Kindertagesbetreuung erfordert.

Sobald die Familie – nach ihrem Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung – in einer Kommune lebt, können die Eltern einen Betreuungsplatz beantragen. Eine gute frühe Anregung und die Integration der Flüchtlingskinder und ihrer Familien sind für deren Wohlbefinden und die weitere Eingliederung in die Gemeinschaft enorm wichtig.

Kindertagesbetreuung ist eine kommunale Aufgabe, die Kommunen werden dabei vom Land finanziell unterstützt. Die Integration von Kindern und Eltern aus Asylbewerber- und Flüchtlingsfamilien stellt die Einrichtungen vor besondere Herausforderungen: Sie müssen unterschiedliche Nationen, Kulturen und Sprachen, mangelnde Deutschkenntnisse von Kindern und Eltern sowie mitunter traumatisierte Kinder berücksichtigen. Für diese besonderen Anforderungen stellen manche Kommunen zusätzliche Kita-Personalmittel, Qualifizierungsangebote für die Kita-Erzieherinnen und -Erzieher sowie Mittel für die Förderung der Kita-Ausstattung bereit.

Das Land fördert ein Fortbildungs- und Beratungsangebot für die Kita-Teams vor Ort, bei dem die Einrichtungen z.B. Unterstützung in Fragen des Umgangs mit unterschiedlichen Kulturen und Sprachen, zur Gestaltung eines integrativen Settings oder zur Elternarbeit abrufen können.

Nicht in jedem Einzelfall ist – insbesondere für Flüchtlingskinder – eine klassische Kitabetreuung angebracht, denn auch eine nur zeitweise Trennung der Kinder von ihren Eltern kann problematisch sein. In solchen Fällen können gemeinsame Bildungs- und Begegnungsangebote wie Eltern-Kind-Gruppen an Kitas oder in Gemeinschaftsunterkünften geeigneter sein. Eltern-Kind-Gruppen werden ebenso wie die Betreuung in Kitas im Rahmen des Kitagesetzes vom Land unterstützt.

Grundinformationen:

  • Informationen zur Erstuntersuchung von Kindern aus Asyl suchenden Familien und Flüchtlingsfamilien sind hier abrufbar.

Weiterführende Informationen:

  • Der KTK-Bundesverband hat auf seiner Website mit Hilfe der Diözesancaritasverbände eine Sammlung von Materialien, Hinweisen auf Arbeitshilfen und Web-Links zum Thema „Kinder mit Fluchterfahrung“ angelegt. Darunter Handreichungen für die tägliche Arbeit in der Kita, Allgemeine, rechtliche und politische Informationen, Stichwort: Trauma, Filmmaterial, Weiterführende Literatur, Impulse über die Kita hinaus. Die Sammlung kann abgerufen werden unter: www.ktk-bundesverband.de
  • Auf dem Internetportal kindergesundheit-info.de bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nun Materialübersichten an, die speziell für die gesundheitliche Information und Aufklärung von geflüchteten Familien zugeschnitten sind. Die leicht verständlichen Filme, Broschüren, Infoblätter und Internetseiten in vielen Sprachen sind unmittelbar einsetzbar in der Arbeit von u.a. Kita-Fachkräften.
  • Hintergrundinformationen über die Situation in den zehn wichtigsten Herkunftsländern der Menschen, die einen Asylantrag stellen, hat der Mediendienst Integration zusammengestellt. Im ersten Halbjahr 2015 kamen die meisten Flüchtlinge aus Syrien (34.000), gefolgt von Kosovo (31.000), Albanien (22.000), Serbien (16.000) und Irak (9.000). Sie finden weitere Informationen auch auf der Internetseite des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge BAMF.
  • Eine Liste mit Verlinkungen zu verschiedensten Informationen rund um Flüchtlinge hat auch der Pestalozzi-Fröbel-Verband e.V. (pfv), Fachverband für Kindheit und Bildung, zusammengetragen. Diese Liste kann auf der pfv-Website abgerufen werden.

(Fremdsprachige) Informationen für Eltern und Kinder:

  • Eltern-Flyer zu den Themen "Eingewöhnung", "Grundsätze elementarer Bildung" und zu den "Grenzsteinen der Entwicklung" können in sieben Sprachen auf den Seiten des MBJS abgerufen werden: www.mbjs.brandenburg.de.
  • Ratgeber für Fachkräfte bzw. Flüchtlingshelfer aber auch für Eltern befassen sich mit dem Umgang mit traumatisierten Menschen bzw. Kindern im Besonderen. Letztere liegen auch in englischer und arabischer Sprache vor.
  • "Ankommen" - eine mehrsprachige App (Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi) für Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, hilft, die deutsche Sprache zu lernen, und will Kultur und Werte vermitteln und praktische Tipps für den Alltag liefern.
  • Informationen für Eltern zum Thema Kindertagesbetreuung in den Sprachen Englisch, Französisch, Dari (Persisch), Saudi-Arabisch und Somali können hier abgerufen werden: http://www.ifp.bayern.de
  • Ein Faltblatt zum Thema Spracherwerb in (unter anderem) arabischer Sprache hat der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. erstellt. Es kann auf dieser Seite abgerufen oder bestellt werden: www.dbl-ev.de.
  • Die Sächsische Ausländerbeauftragte hat eine Broschüre "Deutsch lernen!" erarbeitet, die wichtige Wörter der deutschen Sprache aus verschiedenen Lebensbereichen mit anschaulichen Piktogrammen illustriert und so das Erlernen vereinfachen soll.
  • Auf der Website des "Landeskompetenzzentrums zur Sprachförderung in Kindertageseinrichtung in Sachsen" können Elterninformationsbriefe zur Mehrsprachigkeit in Kitas in vielen Sprachen abgerufen werden: http://www.lakos-sachsen.de.
  • Das thüringische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hat eine Broschüre "Miteinander im Kindergarten" herausgegeben, die wichtige Grundinformationen zum Thema Kindertagesbetreuung in Deutsch, Englisch, Französisch, Dari, Russisch, Arabisch und Somali enthält.
  • "Wir sind alle Kinder dieser Welt" - In einem Willkommenshefter mit Übersetzungshilfen von Studierenden der TU Berlin sind wichtige Vokabeln für das Kennenlernen in neun Sprachen aufgeführt.
  • Speziell auf die ersten Jahren, in denen Kinder eine Kita besuchen, konzentrieren sich die  Informationsmaterialien der Vodafone-Stiftung für Eltern die in Deutsch-Arabisch, Deutsch-Kurdisch und Deutsch-Türkisch vorliegen.
  • Kennen Sie schon "Die Maus international?" Einige Episoden aus der Sendung mit der Maus gibt es auch in Arabisch, Kurdisch und Dari auf der entsprechenden Internetseite des WDR.

Arbeitsmaterialien für PädagogInnen und Pädagogen

  • Eine Handreichung des AWO Landesverbandes Brandenburg soll helfen, Antworten auf die vielfältigen Fragen zu geben, die sich mit der Aufnahme von Flüchtlingskindern in den Kindertagesstätten stellen und zugleich den Einrichtungsleitungen und Fachkräften in den Einrichtungen helfen, vor Ort individuelle Lösungen zu finden. Sie wird regelmäßig aktualisiert und ist im Bereich "Materialien" der Internetseite der AWO abrufbar.
  • Die Zeitschrift "KiTa aktuell" stellt auf ihrer Website Fachbeiträge zu den verschiedenen Aspekten der Flüchtlingsarbeit in der Kita sowie Praxishilfen, die die alltägliche Arbeit mit den Flüchtlingskindern und deren Familien in der Kita erleichtern sollen, zur Verfügung. Bspw. Formulare für das Aufnahmegespräch in verschieden Sprachen (albanisch, arabisch, farsi, französisch, kurmandschi, pashto, russisch und urdu).
  • 40 Kurzfilme in 13 Sprachen zu Bildungs- und Lerngelegenheiten für Kinder im Alter von bis zu 4 Jahren stellt die Bildungsdirektion Kanton Zürich zur Verfügung.

 

letzte Änderung am 03.08.2016