Bäderplanung für das Land Brandenburg

Im Jahr 1998 existierten im Land Brandenburg 29 öffentlich zugängliche Hallenbäder, davon 27 sportorientierte Bäder und 2 sportorientierte Bäder mit Freizeitbadelementen. Mit der Aktualisierung der Bäderplanung im Jahr 2003 gab es 34 Hallenbäder. Derzeit sind es nunmehr 35 öffentlich zugängliche Hallenbäder, also insgesamt 6 Bäder mehr als 1998. Unterteilt nach Bäderarten stellt sich die Situation wie folgt dar:

Bäderart Stand Dezember 2003 Stand Dezember 2007
Sportorientierte Bäder 17 13
Sportorientierte Bäder mit Freizeitbadelementen 8 8
Freizeitbäder 5 7
Thermen/Thermal- und Kurbäder 4 7
Summe 34 35

Übersicht über die Hallenbäder im Land Brandenburg.

 

Mit der Anzahl und Ausrichtung der Bäder hat sich eine Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen vollzogen. Dies bedeutet, dass die Bäder mehr auf den Freizeitbedarf ausgerichtet sind. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass die Bäder neben den Sportbecken zusätzlich mit freizeitbadtypischen Elementen wie beispielsweise Rutschen, Saunaanlagen, Erlebnisbecken sowie gastronomischen Angeboten ausgestattet sind. 13 sportorientierten Hallenbädern stehen nunmehr 22 sportorientierte Bäder mit Freizeitbadelementen, Freizeitbädern, sowie Thermal-/Kurbädern und Thermen gegenüber. Von den 35 Hallenbädern verfügen 5 Bäder über ein 50-m-Becken und 26 Bäder über ein 25-m-Becken. 4 Bäder haben kein Sportbecken. Alle Bäder haben zusätzlich eine Sauna. Die Größe der Saunen ist sehr unterschiedlich. Bis auf das Hallenbad in Potsdam Brauhausberg sind damit alle Bäder seit 1990 modernisiert oder neugebaut worden.

Seit dem Jahr 1998 hat sich die Landesregierung dazu entschlossen, Fördermittel auf der Basis von überregionalen Bäderplanungen auszureichen. Die Bäderplanungen hatten empfehlenden Charakter und griffen nicht in die Entscheidungskompetenz kommunaler Gebietskörperschaften oder Bäderbetriebe im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung ein. Sie gaben aber eine Orientierung zur Erreichung von Zielstellungen und waren damit ein Instrument der Förderpolitik.

Auf der Basis einer im Jahr 1997 erstmals erarbeiteten Bäderkonzeption hat das Kabinett am 13.01.1998 die Standortüberlegungen für Hallenbäder zur Kenntnis genommen. Auf der Grundlage der dort festgelegten Prioritäten hat die Landesregierung in den Jahren 1998 bis 2000 insgesamt ca. 102 Mio. € für die Hallenbäder investiert, davon für Neubauten ca. 80 Mio. € und für Sanierungen ca. 22 Mio. €.

Am 20.09.2000 hat sich das Kabinett erneut mit der Bäderplanung beschäftigt und die Fachplanung für die Modernisierung der Hallenbäder und die Deckung noch bestehender Versorgungslücken im Land Brandenburg zur Kenntnis genommen. Danach konnten im Zeitraum 2000 – 2003 die Bäder in Eberswalde, Finsterwalde modernisiert, der 2. Bauabschnitt des Bades in der Stadt Brandenburg a.d. Havel und der Ersatzbau des Bades in der Sportschule des LSB in Lindow realisiert sowie die Bäder in Bad Liebenwerda und Burg neugebaut werden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum für Modernisierungen und Ersatzbauten ca. 13,3 Mio. € und für Neubauten ca. 31,5 Mio. € Fördermittel des Landes ausgereicht. Das Freizeitbad in Oranienburg wurde ohne Fördermittel des Landes neu gebaut.

Die Landeregierung hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das von der Landesregierung beauftragte Gutachten der Firmen Regionomica GmbH und con.pro GmbH liegt vor und ist nachfolgend abzurufen:
Zusammenfassung der Ergebnisse des Gutachtens (pdf, 80 kb)

Auszug aus dem Gutachten (pdf, 1.400 kb) (aus datenschutzrechtlichen Gründen wurden in der Datei Informationen zu einzelnen Bädern entfernt)

In Auswertung dieses Bädergutachtens vom 03.09.2003 wurde die Bäderplanung aus dem Jahr 2000 an die gegebene Gesamtversorgungssituation angepasst. Das Kabinett hat sich deswegen am 25.11.2003 erneut mit der Bäderplanung befasst. Es wurde beschlossen, dass Schwerpunkt der Bäderplanung weiterhin die Sicherung der bestehenden Standorte, d.h. Sanierung und Modernisierung der bestehenden Bäder, bzw. Ersatzbauten, sofern dies wirtschaftlicher ist, bleiben sollte. Eine Förderung von Hallenbadneubauten, soweit es sich nicht um Ersatzbauten an bestehenden Standorten handelte, kam nur noch für die Standorte Potsdam und Rheinsberg in Betracht.

Aktualisierte Bäderplanung des Landes Brandenburg bis 2006 (pdf, 60 kb)

Auf der Basis dieser aktuellen Bäderplanung wurden in den Jahren 2005 bis 2007 die Bäder Wildau und Guben umfassend modernisiert. Dafür wurden 5,76 Mio € bereit gestellt.

Seit dem Jahr 1998 wurden im Land Brandenburg für die aufgeführten Bäder insgesamt mehr als 275 Mio. € investiert, davon für Neubauten ca. 175 Mio. €, für Sanierungen bzw. Ersatzbauten ca.100 Mio. €. Die Bäderinvestitionen ohne Landesförderung (Cottbus, Oranienburg, Ludwigsfelde) sind bei diesen Summen nicht berücksichtigt. Die Landesregierung hat insgesamt ca. 170 Mio. € bereitgestellt, davon ca. 164 Mio. € EFRE- bzw. EFRE/GA-Mittel.

Es kann davon ausgegangen werden, dass in Brandenburg sowohl für die kommunale Daseinsvorsorge als auch für den touristischen Bedarf und den Bedarf in den Kurorten ein ausgewogenes Angebot für die verschiedenen Nutzergruppen vorhanden ist und die demografischen Entwicklungen berücksichtigt wurden. Neue bzw. veränderte Nutzungsanforderungen werden durch ein differenziertes Angebotsprofil erfüllt, beispielsweise freizeitorientierte Angebote, Wellnessangebote und Angebote für die Generation 50 plus.

Die Grundsubstanz der bestehenden Hallenbäder ist in einem guten Zustand; Neubauten sind aus Sicht der Landesregierung derzeit nicht erforderlich.
Im Rahmen des Bädergutachtens aus dem Jahr 2003 wurde aber auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass zukünftig Bestandsicherungen erforderlich sein werden. Dazu sind die vorhandenen Standorte kontinuierlich weiterzuentwickeln und neuen Erfordernissen anzupassen. Dafür sind bedarfsgerechte Ausbaukonzepte mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen erforderlich. Es wird in den nächsten Jahren notwendig sein, laufende Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen, Maßnahmen zur energetischen Modernisierung und zum Umweltschutz durchzuführen. Hinzu kommen notwendige Optimierungen und Attraktivitätssteigerungen, um die Wirtschaftlichkeit der Bäder zu verbessern. Erheblicher Handlungsbedarf besteht auch bezüglich der Optimierung der Betriebsabläufe sowie der Qualifizierung des Personals und des Managements.

Auf Grundlage der Vorgaben der Europäischen Kommission können für notwendige Modernisierungen, Optimierungen und Attraktivitätsverbesserungen sowie für Neubauten von Hallenbädern im Zeitraum 2007 – 2013 keine Fördermittel mehr bereitgestellt werden.
Deshalb und in Anbetracht der Tatsache, dass Hallenbäder auch im Land Brandenburg ohne Zuwendungen neugebaut oder saniert wurden (Standorte Oranienburg, Ludwigsfelde, Cottbus, Potsdam „Am Stern“) und damit das Instrument einer Landesplanung nicht mehr gegeben ist, sind alternative Finanzierungsmodelle, ohne Zuwendungen des Landes, zu entwickeln.


letzte Änderung am 22.12.2016