Elterninformationen

Kindertagesstätten (Krippen, Kindergärten, Horte)

Für Kinder ist es wichtig, dass sie im Kontakt mit anderen Kindern aufwachsen. Sie benötigen für ihre Entwicklung aber nicht nur das Spiel in der Gruppe, sondern auch kindgerecht gestaltete Lebens- und Erfahrungsräume, die ihnen Bildungschancen zu eröffnen. Sozialwissenschaftliche und neurobiologische Forschung sind sich einig, dass die frühe Bildung für alle zukünftigen Lernprozesse die unverzichtbaren Voraussetzungen liefert. Dies alles können Kindertagesstätten – in Ergänzung der Angebote in der Familie – den Kindern bieten. Erwerbstätige Eltern, besonders wenn sie alleinstehend sind, sind auf das familienergänzende Betreuungsangebot besonders angewiesen.

Welche Kinder haben Anspruch auf eine Kita-Betreuung?

In Brandenburg haben Kinder vom vollendeten ersten Lebensjahr (nach dem ersten Geburtstag) bis zur Versetzung in die fünfte Klasse in jedem Fall einen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung. Kinder bis zum vollendeten ersten Lebensjahr und Kinder der fünften und sechsten Schuljahrgangsstufe haben ebenfalls einen Rechtsanspruch, wenn die familiäre Situation Kindertagesbetreuung erforderlich macht. Bis zur Einschulung umfasst der Anspruch mindestens sechs Stunden Betreuung, für Kinder im Grundschulalter mindestens vier Stunden. Macht die familiäre Situation (z. B. die Erwerbstätigkeit der Eltern) es erforderlich, so haben Kinder einen Anspruch auf verlängerte Betreuungszeiten. Der Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren und Kinder im Grundschulalter kann auch durch andere bedarfsgerechte Angebote, wie z. B. durch Betreuung in Kindertagespflege (s.u.) oder den Besuch von Eltern-Kind-Gruppen (s.u.), erfüllt werden.

Zur Umsetzung des Rechtsanspruches sind die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, also die Kreise und kreisfreien Städte (Jugendämter), verpflichtet. Die Durchführung dieser Aufgabe kann auch auf die Gemeinden oder Ämter übertragen werden. Wichtige Informationen, die über Antragsbewilligung und Betreuungsumfang entscheiden können, werden bei der Antragstellung erfragt (z. B. Arbeits- und Wegezeit).

In welche Kita können Sie Ihr Kind bringen?

Grundsätzlich haben Sie als Eltern ein Wahlrecht, wohin Sie Ihr Kind bringen möchten. Dieses Wahlrecht kann z. B. an Grenzen stoßen, wenn in der gewünschten Einrichtung oder bei der gewünschten Kindertagespflegeperson die entsprechenden Plätze nicht vorhanden sind oder diese Betreuung mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist. Wenden Sie sich mit Ihrem Wunsch ebenfalls an Ihr Jugendamt (oder Ihre Gemeinde).

Etwa 54 Prozent der Kindertagesstätten sind kommunale Einrichtungen; es gibt jedoch zunehmend mehr Einrichtungen in der Trägerschaft der Wohlfahrtsverbände, von Kirchengemeinden, von Elterninitiativen usw.

Wer betreut Ihr behindertes Kind?

Kinder mit Behinderungen können – in Abhängigkeit vom Förderbedarf und der konkreten Situation – wohnortnah in einer Regeleinrichtung aufgenommen werden (Einzelintegration) oder eine Integrationskindertagesstätte besuchen. Das heißt, hier werden Kinder mit Behinderungen zusammen mit nicht behinderten Kindern betreut und gefördert. Sie können aber auch einen Kindertagespflegeplatz in Anspruch nehmen.

Antragstellung

Wo und wie stellen Sie den Antrag?

Wenn Sie Ihr Kind in einer Kindertagesstätte anmelden möchten, erkundigen Sie sich beim Jugendamt, in der Gemeindeverwaltung oder in derjenigen Einrichtung, in der Sie Ihr Kind unterbringen wollen, welche Behörde für Sie zuständig ist. Dort werden der Rechtsanspruch und bei Kindern mit Behinderungen beim Sozial- oder Jugendamt der zusätzliche Hilfebedarf des Kindes geprüft. Sie werden dann über entsprechende Betreuungsmöglichkeiten und freie Plätze informiert. Bitte beachten Sie, dass jedes Kind vor Aufnahme in eine Kindertagesstätte ärztlich untersucht werden muss. Bitte denken Sie auch daran, dass genügend Zeit für die Eingewöhnung Ihres Kindes bleibt und die Betreuung daher nicht erst an dem Tag beginnt, an dem Sie Ihre Arbeit aufnehmen wollen. Eine behutsame und von den Eltern begleitete Eingewöhnung ist die Voraussetzung dafür, dass es Ihrem Kind in der Kita gut geht und es Vertrauen zu den Erzieherinnen und Erziehern entwickelt.

Informationen finden Sie hier auf der Homepage.

Informationen erhalten Sie auch durch die Jugendämter, Sozialämter sowie die Träger der Einrichtungen. Wenn Ihr schulpflichtiges Kind vor bzw. nach dem Unterricht einen Hort besuchen soll, dann sollten Sie sich bereits vor der Einschulung des Kindes um einen Platz bemühen, denn die Vergabe der Hortplätze ist nicht an die Einschulung gebunden.

Elternbeiträge

Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Die Eltern beteiligen sich nach dem Kitagesetz mit Elternbeiträgen an den Betriebskosten der Kita und zahlen ein Essengeld für das Mittagessen (in Höhe der durchschnittlich ersparten Eigenaufwendungen). Die Elternbeiträge müssen sozialverträglich gestaltet und nach dem Elterneinkommen, der Zahl der unterhaltsberechtigten Kinder und dem Betreuungsumfang gestaffelt werden. Für kommunale Kitas ist der Elternbeitrag häufig in einer Satzung geregelt. Freie Träger haben ebenfalls eine Beitragsstaffelung. Da die Elternbeiträge von jedem Träger selbst festgesetzt werden, können diese durchaus unterschiedlich sein. Für eine gewisse Einheitlichkeit sorgt das Jugendamt, mit dem über die Grundsätze der Beitragsstaffelung Einvernehmen hergestellt werden muss. Der Träger schließt mit den Eltern einen Vertrag über die Kindertagesbetreuung, der in der Regel auch die Höhe der zu entrichtenden Elternbeiträge enthält.

Beteiligung der Eltern

Welche Mitspracherechte haben Sie?

Die gute Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätte und Eltern ist Voraussetzung für das Gelingen der pädagogischen Arbeit. Alle Eltern haben das Recht auf umfassende Information und auf Beteiligung an der Arbeit der Kindertagesstätten. Dies drückt sich auch durch eine Mitsprache in konzeptionellen Fragen und deren organisatorischer Umsetzung aus. Immer mehr Kitas führen Entwicklungsgespräche durch, in denen sich Eltern und Erzieherin oder Erzieher über die Entwicklung des einzelnen Kindes austauschen. Die Eltern, andere Erziehungsberechtigte der Kinder und die Erzieherinnen sowie Erzieher einer Einrichtung können auch Elternversammlungen abhalten. Diese dienen dem gegenseitigen Informationsaustausch über die Situation der Kinder. Die Elternversammlung kann von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in pädagogischen Fragen und vom Träger über alle die Einrichtung betreffenden Angelegenheiten Auskünfte verlangen. Auf der Elternversammlung werden die Elternvertreterinnen oder -vertreter für den Kindertagesstätten-Ausschuss gewählt. In diesem Ausschuss sitzen neben den Eltern auch Vertreterinnen oder Vertreter des Trägers sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Ausschuss kann Beschlüsse in pädagogischen und organisatorischen Fragen fassen und hat entscheidenden Einfluss auf die Konzeption der Einrichtung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter, der Gemeinden und Träger der Kitas helfen Ihnen bei Ihren Fragen weiter.

Kindertagespflege

Zur Erfüllung des Rechtsanspruches auf Kindertagesbetreuung für jüngere Kinder kann die Gemeinde bzw. das Jugendamt Betreuung in Kindertagespflege anbieten. Wenn Eltern und Gemeinde bzw. Amt dies übereinstimmend wünschen und die konkreten Bedingungen die Erziehung, Bildung, Betreuung und Versorgung der Kinder fördern, kann Kindertagespflege auch für ältere Kinder in Anspruch genommen werden.

Wie funktioniert Kindertagespflege?

Die Kindertagespflege erfolgt überwiegend im Haushalt der Kindertagespflegeperson (Tagesmutter). Sie kann auch in anderen geeigneten Räumen durchgeführt werden. Wird eine geeignete Kindertagespflegeperson durch das Jugendamt (oder die Gemeinde bzw. das Amt) vermittelt oder wird eine selbst gesuchte Kindertagespflegeperson nachträglich anerkannt, so erhält sie vom Jugendamt eine laufende Geldleistung, die einen Betrag zur Anerkennung der Förderungsleistungen, eine Erstattung der Sachaufwendungen sowie die hälftige Erstattung der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung umfasst. Das Jugendamt erhebt die Elternbeiträge und das Essengeld, die ähnlich wie bei den Kindertagesstätten gestaltet sind. Die familiäre Betreuungsform der Kindertagespflege macht gegenseitige Absprachen zwischen Eltern und Kindertagepflegepersonen notwendig. Wichtig dabei ist vor allem die vertragliche Regelung der Rechte und Pflichten zwischen der Kindertagespflegeperson, den Erziehungsberechtigten und dem Jugendamt bzw. der Gemeinde.

Eltern-Kind-Gruppen

Die in den letzten Jahren in Brandenburg entstandenen Eltern-Kind-Gruppen sind täglich geöffnete Begegnungs- und Bildungsangebote für Eltern und ihre Kinder. Hier gibt es die Möglichkeit zu Kontakt und Austausch, aber auch zu eigenem Engagement, gibt es Tipps und Hilfe in Erziehungsfragen sowie bei kleinen und großen Alltagsproblemen. Eltern-Kind-Gruppen werden von einer pädagogischen Fachkraft begleitet und sind ein Angebot für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita oder Kindertagespflege bringen und sich hier Unterstützung, Entlastung und Anregung für die Erziehung holen oder mit anderen Familien zusammenkommen wollen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Jugendamt danach, ob sich eine Eltern-Kind-Gruppe in Ihrer Nähe befindet.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu Materialien, die in den brandenburgischen Kindertageseinrichtungen eingesetzt werden. Manche dieser Materialien werden Ihnen möglicherweise, andere ganz sicher im Laufe des Besuchs Ihres Kindes in einer Krippe, einer Kita oder in einem Hort in Brandenburg begegnen.

Die Eltern-Flyer zur den "Grundsätzen elementarer Bildung", den "Grenzsteinen der Entwicklung" und "Zeit zur Eingewöhnung" liegen auch in englischer, französischer, polnischer, russischer, türkischer, vietnamesischer und arabischer Sprache vor und können auf dieser Seite abgerufen werden.

Hier finden Sie alle Flyer in deutscher Sprache:

  • Grundlage der pädagogischen Arbeit in den Kindertagesstätten sind die "Grundsätze elementarer Bildung" (PDF-Dokument). Sie dienen als Anregung für Träger und Fachkräfte, den Kindern Erfahrungen in verschiedenen Bildungsbereichen zu eröffnen. Ziel ist es, die Kinder in unterstützender und herausfordernder Weise pädagogisch zu begleiten. Die Grundsätze dienen als Rahmen, den die Einrichtungen - ihrem jeweiligen Profil und Konzept entsprechend - mit Leben füllen.

Eine komplette Fassung finden Sie in der Online-Bilbliothek

  • Ein Beobachtungsinstrument, das in den Krippen und Kitas in Brandenburg eingesetzt wird, sind die "Grenzsteine der Entwicklung" (PDF-Dokument). Mit den "Grenzsteinen" werden sechs Entwicklungsbereiche der Kinder im Alltasgeschehen in den Kindertageseinrichtungen zu bestimmten Stichtagen beobachtet.

Umfangreicheres Material zu den "Grenzsteinen"  finden Sie zudem in der Online-Bilbliothek.

  • Wie sehen die ersten Tage meines Kindes in der Kita oder bei einer Tagespflegeperson aus? Wie ist die Phase der Eingewöhnung zu gestalten? "Zeit zur Eingewöhnung" (PDF-Dokument) schildert den Beginn und die Grundlage der Kindertagesbetreuung.

Weitere Informationen finden Sie in der Online-Bilbliothek

  • Die Landesregierung hat das Programm zur kompensatorischen Sprachförderung bereits 2006 im Rahmen des familienpolitischen Maßnahmepakets auf den Weg gebracht. Sie findet im Jahr vor der Einschulung statt. Aber auch darüber hinaus ist es wichtig, dass die Erzieherinnen und Erzieher möglichst früh ihre Aufmerksamkeit auf die kindliche Sprachentwicklung lenken. "Kompensatorischen Sprachförderung im Jahr vor der Einschulung in Kindertagesstätten"  (PDF-Dokument) informiert Sie über das Programm.

Weitere Informationen finden Sie in der Online-Bilbliothek sowie in der Rubrik "Landesprogramm Sprachförderung".

Vertiefende Informationen zu GOrBiKs finden Sie in der Online-Bilbliothek


letzte Änderung am 19.06.2015