Brandenburg-Stipendium Landlehrerinnen und Landlehrer

Die Gewinnung von Lehrerinnen und Lehrern für den Brandenburger Schuldienst ist und bleibt ein zentrales Thema. Der Bedarf an voll ausgebildeten Lehrkräften ist weiterhin hoch – vor allem in den ländlichen Regionen Brandenburgs. Dafür wurde das Brandenburg-Stipendium für Landlehrerinnen und Landlehrer zum Wintersemester 2021/22 erstmals aufgelegt. Das Ziel: Mehr grundständig qualifizierte Lehrkräfte für Schulen in Brandenburg gewinnen.

Lehramtsstudierende mit Studiengängen, für die ein besonderer Bedarf besteht sollen durch eine individuelle Förderung für Schulen in Brandenburg begeistert werden, die einen hohen Anteil an Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern haben und zum überwiegenden Teil außerhalb der Ballungsräume liegen. Durch einen frühen Kontakt zu den jeweiligen Bedarfsschulen sollen Bindungen aufgebaut werden, die langfristig tragen. Die Stipendiatinnen bzw. Stipendiaten sollen „Wurzeln schlagen“ in Regionen und Orten Brandenburgs, die außerhalb von Potsdam und Berlin liegen, aber nicht minder lebens- und liebenswert sind. Im Gegenteil, oftmals bieten die Bedarfsschulen Vorteile, von denen die großen Schulen nur träumen können: kleinere Klassen, ein engerer Zusammenhalt, ein höheres Ansehen des Lehrerberufs oder eine stärkere Verbundenheit mit dem Ort.

Jährlich stehen 25 Stipendienplätze zur Verfügung. Sie werden für das jeweilige Wintersemester zum 1. Juni ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 1. Juli des Jahres. Sollten nicht alle Stipendienplätze vergeben werden, besteht die Möglichkeit einer Bewerbung zum darauffolgenden Sommersemester (Ausschreibung: 1. November, Bewerbungsschluss: 1. Dezember).

Finanzielle und ideelle Förderung

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten eine monatliche Zuwendung in Höhe von 600 Euro. Der Förderzeitraum beginnt frühestens mit dem Beginn des 3. Studienjahres des Lehramtsstudiums, also im 5. Fachsemester. Die Förderung endet mit dem Studienabschluss nach der Regelstudienzeit.

Die finanzielle Förderung wird um eine ideelle Förderung in Form eines Begleitprogramms ergänzt. Dieses bietet verschiedene Fortbildungsangebote, Netzwerkveranstaltungen, ein Mentoren-Programm sowie die Zusammenarbeit mit der jeweiligen Bedarfsschule, der zuständigen Kommune sowie dem staatlichen Schulamt. Die Teilnahme am Begleitprogramm ist verpflichtend. Für die Umsetzung dieses Programmteils konnte die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) als Partnerin gewonnen werden.

Verpflichtung der Stipendiatinnen und Stipendiaten

Die rechtliche Grundlage für die Gewährung eines Stipendiums bildet die Richtlinie Brandenburg-Stipendium Landlehrerinnen und Landlehrer (30. Juni 2021). Sie regelt alle zentralen Aspekte des Stipendienprogramms, zum Beispiel, wer ein Stipendium beantragen kann, welche Voraussetzungen an die Stipendienvergabe geknüpft sind, wie das Antragsverfahren gestaltet ist und welche Rückzahlungspflichten entstehen, wenn die Stipendienverpflichtungen nicht eingehalten werden.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten verpflichten sich im Gegenzug zu folgenden Leistungen:

  • Abschluss des Lehramtsstudiums in der Regelstudienzeit,
  • ein insgesamt vierwöchiges Praktikum an der zugeordneten Bedarfsschule (eine Aufteilung in zwei mal zwei Wochen ist möglich),
  • absolvieren des Praxissemesters an der zugeordneten Bedarfsschule (Wenn das Lehramtsstudium kein Praxissemester vorsieht, verlängert sich der Vorbereitungsdienst um 6 Monate. Die Gewährung eines Stipendiums ist gleichwohl möglich.),
  • Vorbereitungsdienst an der zugeordneten Bedarfsschule sowie dem zuständigen Studienseminar und
  • Lehrtätigkeit an der zugeordneten Bedarfsschule für mindestens die Dauer, in der die Förderung durch das Stipendienprogramm erfolgt ist. Im Fall einer maximalen Förderungsdauer von drei Jahren würde dies eine Beschäftigung als Lehrkraft an der Bedarfsschule von mindestens drei Jahren bedeuten.
  • Teilnahme am ideellen Begleitprogramm.

Wenn die Vorgaben der Richtlinie des Brandenburg-Stipendiums für Landlehrerinnen und Landlehrer nicht eingehalten werden, muss das Stipendium zurückgezahlt werden. Dabei staffelt sich die Rückzahlung entsprechend der Tätigkeit als Lehrkraft an der jeweiligen Bedarfsschule. Näheres hierzu regelt Ziffer 9 der Richtlinie.

nächste Ausschreibung zum Wintersemester 2022/23

Jährlich stehen 25 Stipendienplätze zur Verfügung. Sie werden für das jeweilige Wintersemester zum 1. Juni ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 1. Juli des Jahres. Sollten nicht alle Stipendienplätze vergeben werden, besteht die Möglichkeit einer Bewerbung zum darauffolgenden Sommersemester (Ausschreibung: 1. November, Bewerbungsschluss: 1. Dezember).

Zum 1. Oktober 2022 werden die nächsten 25 Stipendien ausgeschrieben. Der Bewerbungsschluss endet am 1. Juli 2022. Vier Wochen vorher werden die aktuellen Bedarfsschulen bekanntgegeben. Die Grafik mit den Bedarfsschulen gibt an, welche Schulen für welche Fächer einen besonderen Bedarf an vollausgebildeten Lehrkräften haben. Im Rahmen der Bewerbung können zwei Wunschschulen angegeben werden. Ein Anspruch auf Zuweisung besteht jedoch nicht. Im Fall von Überschneidungen werden Alternativen vorgeschlagen.

Außerhalb des Bewerbungszeitraumes gibt die Grafik die Bedarfsschulen wieder, die im Rahmen der vorangegangenen Ausschreibung von den Stipendiatinnen und Stipendiaten

Voraussetzungen für die Förderung

Nachstehende Voraussetzungen sind an eine Förderung geknüpft:

  • Studium eines Lehramtes für welches ein besonderer Bedarf besteht. Dazu gehören:
    • das Lehramt für die Primarstufe,
    • das Lehramt für die Sekundarstufen I und II (allgemeinbildende Fächer) mit Schwerpunktbildung auf die Sekundarstufe I,
    • das Lehramt für Förderpädagogik.
    • Für das Lehramt für die Sekundarstufen I und II (allgemeinbildende Fächer) mit Schwerpunktbildung auf die Sekundarstufe II kommt eine Stipendienvergabe nur für die Unterrichtsfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik in Betracht oder andere Fächer, für die an einzelnen Schulen ein besonderer Bedarf besteht, zum Beispiel für Sorbisch/Wendisch.
  • die persönliche Eignung und Motivation an einer Bedarfsschule tätig zu werden,
  • eine Studiendauer von mindestens vier absolvierten Fachsemestern in allen Studienfächern und
  • das Vorliegen der erforderlichen Studienleistungen (30 Leistungspunkte je Semester).
einzureichende Unterlagen

Die Bewerbung ist per E-Mail einzureichen an: Lehrerstipendium@mbjs.brandenburg.de

Folgende Unterlagen sind notwendig beizufügen:

  • Stipendienantrag (Formular),
  • unterschriebener Lebenslauf,
  • ausführliches Motivationsschreiben,
  • Absichtserklärung mit der Verpflichtung an der Bedarfsschule als Lehrkraft tätig zu werden (Formular),
  • aktuelle Immatrikulationsbescheinigung, Leistungsübersicht sowie Studienverlaufsbescheinigung,
  • Kopie eines Ausweisdokumentes und
  • sofern Sie außerhalb Brandenburgs studieren: Die Bestätigung Ihrer Hochschule, dass Sie ein dort vorgesehenes Praxissemester an einer Brandenburger Schule absolvieren dürfen. (Wenn das Lehramtsstudium kein Praxissemester vorsieht, verlängert sich der Vorbereitungsdienst um 6 Monate.)
  • Ausländische Bewerberinnen und Bewerber reichen bitte ergänzend noch eine Aufenthaltserlaubnis ein.
Auswahlverfahren

Der Auswahl und Stipendienvergabe liegen folgende Kriterien zu Grunde:

  • vollständig eingereichte Bewerbungsunterlagen,
  • Lehramtsstudium, für das ein besonderer Bedarf besteht,
  • persönliche Eignung und Motivation,
  • Studiendauer von mindestens vier absolvierten Fachsemestern (in allen Studienfächern) und Vorliegen der entsprechenden Leistung (30 LP pro Semester) – je mehr Leistungspunkte bereits erreicht wurden, desto besser.

Wenn die Anzahl der Bewerbungen die Anzahl der zu vergebenen Stipendienplätze übersteigt, können Auswahlgespräche durchgeführt werden. Alle Bewerberinnen und Bewerber werden schriftlich über das Ergebnis des Auswahlprozesses informiert.



Organigramm / Anschrift

Organigramm

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Heinrich-Mann-Allee 107 (Haus 1/1a)
14473 Potsdam
Anfahrt

Twitter