Schule und Unterricht

Am 22. August 2022 sind rund 303.000 Schülerinnen und Schüler in das neue Schuljahr 2022/23 gestartet: bei vollem Präsenzunterricht ohne Maskenpflicht. Die erste Schulwoche war eine Schutzwoche mit dreimaliger Testpflicht für Nichtimmunisierte.

Regelbetrieb

Alle Schulen planen vollen Präsenzunterricht in allen Jahrgangsstufen, es gilt die Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht (§ 41 Brandenburgisches Schulgesetz). Der Unterricht erfolgt auf Grundlage der Stundentafel bzw. des Kurssystems. Zu Beginn des Schuljahres wird in den Kernfächern eine Lernstandserhebung in allen Jahrgangsstufen der Primar- und Sekundarstufe I sowie der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe und den Bildungsgängen der beruflichen Schulen durchgeführt. Die dabei identifizierten Lernrückständen werden in individuellen Lernplänen mit festzuschreibenden Möglichkeiten der Förderung berücksicht. Für den Fall pandemiebedingter Einschränkungen der Einsatzfähigkeit des pädagogischen Personals wurde den Schulleitungen ein Stufenplan für die Schul- und Unterrichtsorganisation zur Verfügung gestellt.

Schutzwoche in der ersten Schulwoche

In der ersten Schulwoche nach den Sommerferien gilt für nicht-immunisierte Schülerinnen und Schüler und in der Schule Tätige (kein Genesenen- oder Impfnachweis) eine dreimalige Testpflicht, laut der SARS-CoV-2-Infektionsschutz-Basismaßnahmenverordnung, die am 16.August 2022 in Kraft tritt. Geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler sowie in der Schule Tätige können sich freiwillig selbst testen. Die für die Schutzwoche erforderlichen Tests werden vor Beginn der Sommerferien durch die Schulen ausgegeben.

Lernstandserhebung zum Beginn des Schuljahres 2022/23

Für die Primarstufe werden ILeA plus/ILeA für Mathematik und Deutsch und zusätzlich in den Fächern Englisch und Naturwissenschaften der Jahrgangsstufen 5/6 lernstandserhebende Aufgaben eingesetzt.
> 2-Ermittlung der Lernausgangslage 1-6 (21.6.22)

Zur Lernstandserhebung bei sonderpädagogischem Förderbedarf:
> 3-Ermittlung der Lernausgangslage sonderpädagogischer Förderbedarf (21.6.22)

Im Bereich der Sekundarstufe I werden die Lernausgangslagen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und den Naturwissenschaften der Jahrgangsstufe 7 wie in jedem Jahr bereitgestellt. Nachdem im Schuljahr 2021/2022 die digitale Lernanalyse (DigiLAL) für Deutsch eingesetzt werden konnte, erfolgen im Schuljahr 2022/2023 die Ergänzungen für die DigiLaL Deutsch und der Einsatz von DigiLAL in Englisch und Französisch. Auch wenn Französisch als zweite Fremdsprache erst in der Jahrgangsstufe 7 beginnt, wird den Schulen die DigiLaL im Fach Französisch zur Verfügung gestellt, um diese bspw. im Laufe des Schuljahres als Instrument der Lernstandserhebung oder auch in anderen Jahrgangsstufen flexibel nutzen zu können. Für die Jahrgangsstufen 8 – 10 werden die Aufgaben zur Lernstandserhebung des vergangenen Schuljahres überarbeitet in verkürzter Form auf dem Schulverwaltungsportal ZENSOS angeboten.
> 4-Ermittlung der Lernausgangslage 7 sowie Lernstand 8-10 (21.6.22)

Auch die beruflichen Schulen werden individuelle Lernausgangslagen in allen Jahrgangsstufen erheben, um festzustellen, welcher Nachholbedarf bei den Schülerinnen und Schüler besteht.

Sport- und Musikunterricht

Der Sportunterricht wird nach Stundentafel gemäß Rahmenlehrplan erteilt. Pandemiebedingt ausgefallender und bisher nicht nachgeholter Schwimmunterricht, insbesondere im Anfängerschwimmen, soll nach Möglichkeit vorrangig erteilt werden. Auch Angebote aus dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ können zum Erlernen des Schwimmens genutzt werden.Schulsportliche Wettbewerbe wie „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ werden planmäßig durchgeführt.

Musikunterricht
Singen und Chorgesang sowie das Spielen von Blasinstrumenten im Unterricht kann ohne Einschränkungen durchgeführt werden; ungeachtet dessen sollte auf eine gute Belüftung der Räume geachtet werden.

Leistungsbewertung

Im Schuljahr 2022/2023 gelten wieder die „Verwaltungsvorschriften zur Leistungsbewertung“ in der Fassung vom 11.3.2021. Damit können die für das Schuljahr 2021/22 geänderten Regelungen nicht mehr angewendet werden (Reduzierung der Anzahl und des Umfangs der Klassenarbeiten und Klausuren).

Prüfungen

An den zentralen Prüfungen und den damit verbundenen Standards wird festgehalten, um für alle Schüler/innen der kommenden Abschlussklassen einen den Erwerb eines Schulabschlusses zu gewährleisten, der bundesweit anerkannt wird.

Für die zentralen Prüfungen in der Jahrgangsstufe 10 gelten die Hinweise aus dem zurückliegenden Schuljahr, d.h. auch im Schuljahr 2022/23 wird es thematische Einschränkungen in den Prüfungen geben.

Für die Abiturprüfungen gelten die Prüfungsschwerpunkte 2023, die auf dem Bildungsserver eingestellt sind.
> zentrale schriftliche Abiturprüfungen 2023

Für die schriftlichen Abiturprüfungen im Fach Mathematik erfolgt wie in den zurückliegenden beiden Schuljahren eine Schwerpunktsetzung, sodass die Schülerinnen und Schüler Aufgaben aus den Sachgebieten Analysis und Analytische Geometrie oder aus den Sachgebieten Analysis und Stochastik bearbeiten. Die Auswahl der Schwerpunkte wird durch die unterrichtenden Lehrkräfte getroffen.

Für die Schulen stellt die Begleitung der neuen Abschlussklassen sowie auch der Jahrgangsstufen, die vor Übergängen in die weiterführenden Schulen stehen, einen der Schwerpunkte ihrer pädagogischen Arbeit im Schuljahr 2022/23 dar, um diesen Schülerinnen und Schülern gute Schulabschlüsse zu ermöglichen und die Übergangsverfahren vorzubereiten.

Maßnahmen der beruflichen Orientierung

Die Maßnahmen können unter Beachtung der jeweils geltenden Abstands- und Hygienevorschriften sowie der Hygienekonzepte der Betriebe und Einrichtungen ohne weitere Einschränkungen durchgeführt werden. 

Aufholen nach Corona

Die Schulen setzen die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen dafür ein, damit Kinder und Jugendliche Lernrückstände insbesondere in den sprachlichen und mathematischen Basiskompetenzbereichen aufholen können.
> Jahresbudget für Schulen im Schuljahr 2022/23

Beschulung der aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen

Für die ukrainischen Schülerinnen und Schüler gilt die allgemeine Schulpflicht. Es erfolgt eine vollständige Integration in das schulische System durch die Aufnahme in Regelklassen oder Vorbereitungsklassen. Reichen die Deutschkenntnisse noch nicht aus, erhalten die Schülerinnen und Schüler entsprechende Fördermaßnahmen in Vorbereitungsgruppen oder Förderkursen.

Schulische Veranstaltungen und Schulfahrten

Unter Beachtung der Hygieneregeln können bis auf weiteres schulische Veranstaltungen, Schulfahrten und Besuche außerschulischer Lernorte (z.B. Museen, Bibliotheken, Gedenkstätten, Waldschulen) ohne weitere Beschränkungen durchgeführt werden. Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass ggf. anfallende Stornierungskosten vom Land nicht erstattet werden.

 


Ganztagsangebote

Ganztagsangebote können unter Beachtung des schulischen Hygienekonzepts ohne weitere Einschränkungen durchgeführt werden. Dafür gilt: Das Ganztagsangebot entspricht der schulaufsichtlichen Genehmigung gemäß der Verwaltungsvorschriften Ganztag. Die allgemeinen Bestimmungen für Ganztagsangebote gelten unverändert. Die Ganztagsangebote stehen in ununterbrochenem zeitlichem Zusammenhang mit dem Unterricht; Ganztagsangebote sollten kein Anlass für zusätzliche Wege der Schülerinnen und Schüler zwischen Unterricht und Ganztagsangeboten außerhalb des Schulgeländes sein.

Kindeswohl

Lehrkräfte, denen gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder eines Jugendlichen bekannt werden, sollen mit dem Kind oder Jugendlichen und den Eltern oder anderen Personensorgeberechtigten die Situation erörtern und – soweit erforderlich, auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinweisen. Weil die Belastungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für das Familienleben fortwirken können, sind alle Lehrkräfte weiterhin aufgefordert, besonders sensibel auf Anzeichen zu achten, die darauf hindeuten, dass es im Sinne des Kindeswohls angezeigt ist, auf die Eltern zuzugehen und sich nach Lage des Einzelfalls mit dem Jugendamt zu beraten. Die Lehrkräfte haben gemäß Absatz 2 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz einen Anspruch auf Beratung durch das Jugendamt.
> Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz

Sicherheit und Gesundheit in der Schule

Alle Schulen verfügen über einen schulischen Hygieneplan, in dem die wichtigsten Eckpunkte nach dem Infektionsschutzgesetz geregelt sind, um durch ein hygienisches Umfeld zur Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und alle an Schule Beteiligten beizutragen. Alle Beschäftigten der Schulen, die Schulträger, alle Schülerinnen und Schüler sowie alle weiteren regelmäßig an den Schulen arbeitenden Personen sind darüber hinaus gehalten, sorgfältig die Hygienehinweise der Gesundheitsbehörden bzw. des Robert-Koch-Instituts zu beachten.
> 6-Sicherheit und Gesundheit in der Schule (21.6.22)

Infektionsschutz

Bei Covid19-typischen Krankheitszeichen müssen betroffene Personen der Schule fernbleiben: trockener Husten, Fieber, Atembeschwerden, zeitweiser Verlust von Geschmacks-/Geruchssinn, Halsschmerzen u.a. Beschäftigte weisen eine Erkrankung durch ärztliches Attest nach, Schülerinnen und Schüler sind zu entschuldigen. 

Weiterhin gilt, dass die einfachsten und effektivsten Schutzmaßnahmen gegen eine Corona-Infektion im Verantwortungsbereich jeder und jedes einzelnen liegen (Handhygiene, Hust- und Niesetikette). Schülerinnen und Schüler und alle in der Schule Tätigen können im Innen- und Außenbereich der Schule freiwillig eine Maske tragen.

Schutzmaßnahmen der Gesundheitsbehörden

Werden Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige oder Ausscheider festgestellt, so trifft die zuständige Behörde die nach § 28 Infektionsschutzgesetz notwendigen Schutzmaßnahmen, soweit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist.

Durch COVID-19 besonders gefährdete Schülerinnen und Schüler

Auch Schülerinnen und Schüler mit Grunderkrankungen unterliegen der Schulpflicht. Eine generelle Zuordnung zu einer Risikogruppe für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf ist aus medizinischer Sicht nicht möglich. Wenn eine Befreiung vom Präsenzunterricht im Regelbetrieb für medizinisch erforderlich gehalten wird, ist dieses durch ein ärztliches Attest nachzuweisen und der Schule vorzulegen.

Soweit die Schülerinnen und Schüler sowie die Haushaltsangehörigen über einen vollständigen Impfschutz verfügen, werden die Eltern im Interesse der Kinder und Jugendlichen gebeten, die Teilnahme am Präsenzunterricht in der Schule zu ermöglichen, wenn nicht im Einzelfall gravierende medizinische Gründe dagegensprechen.

Die Eltern bzw. volljährige Schülerinnen und Schüler haben die Pflicht, die Schule über das Fernbleiben zu informieren und ein ärztliches Attest vorzulegen, dass die Befreiung vom Präsenzunterricht medizinisch geboten ist. Da die Schulpflicht uneingeschränkt gilt, werden diesen Schülerinnen und Schülern Angebote für das Lernen zu Hause gemacht.
> Verwaltungsvorschriften Schulbetrieb

Schulen in freier Trägerschaft

Die Ausführungen zur Ausgestaltung des Schulbetriebs sind für die Schulen in freier Trägerschaft nicht als abschließend anzusehen, können jedoch als Orientierung dienen. Es steht ihnen frei, im Rahmen der geltenden rechtlichen Maßgaben eigene Konzepte zu entwickeln.



Organigramm / Anschrift

Organigramm

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Heinrich-Mann-Allee 107 (Haus 1/1a)
14473 Potsdam
Anfahrt

Twitter